Zehn Menschen - verschiedenen Alters, Herkunft und Geschlecht stehen nebeneinander und geben sich die Hand.

Umbrella March 2015 Linz

Menschen mit Transparenten und aufgespannten Regenschirmen gehen über die Landstraße

Foto: Florian Holter

Über 1100 Menschen setzten am 17. Juni 2015 beim „Umbrella March“ in Linz ein Zeichen, dass sie für eine menschlichere Flüchtlingspolitik und die Rechte von AsylwerberInnen eintreten.

Seit 2012 veranstalten wir - Caritas OÖ, Land der Menschen OÖ, migrare, SOS Menschenrechte und Volkshilfe Flüchtlings- und MigrantInnenbetreuung - anlässlich des Weltflüchtlingstages (20.Juni) den Umbrella March Linz. Weitere Kooperationspartner sind Antifa OÖ, Arcobaleno, evangelische Kirche A.B., Friedensinitiative der Stadt Linz, Katholische Aktion, Cafe Strom, Radio FRO 105,0, Pax Christi und Stadtwerkstatt. Der Umbrella March wird europaweit und österreichweit durchgeführt. Ziel ist es, auf die Situation von Flüchtlingen in Europa und Österreich im Rahmen der EU Asylpolitik aufmerksam zu machen und für die Rechte von Flüchtlingen in Europa und Österreich einzutreten.

Mit aufgespannten Schirmen, die den Schutz für Flüchtlinge symbolisieren, marschierten gestern mehr als 1100 Menschen vom Martin-Luther-Platz in Linz zum AEC-Maindeck. Die VeranstalterInnen fordern mit dieser Aktion die Zivilgesellschaft, die Mitgliedsstaaten und die EU auf, stärker für die Rechte von Flüchtlingen einzutreten. In der aktuellen Asyldebatte hat das Thema heuer leider traurige Brisanz erhalten. Die Veranstalter kritisieren, dass die verantwortlichen Politiker in Österreich und auf EU-Ebene derzeit in der Öffentlichkeit nur über Maßnahmen diskutieren, wie Flüchtlinge am besten abgewehrt werden können. Dieses Vorgehen gibt jenen populistischen Kräften Nahrung, die schon immer Ängste gegen Überfremdung in der Bevölkerung geschürt haben.

Deshalb riefen die Veranstalter beim Umbrella Marchauch dazu auf, schutzsuchende Menschen nicht zu einem Spielball im Wahlkampf zumachen. Die meisten AsylwerberInnen kommen derzeit aus Kriegsgebieten undflüchten, weil sie um ihr Leben fürchten. Ihnen Schutz zu geben, ist ein Menschenrecht und ein Gebot der Menschlichkeit.

Treffpunkt war um 16 Uhr der Martin Luther Platz in Linz, wo die Band Kohelet 3 die TeilnehmerInnen musikalisch begrüßte, bevor Landesrätin Mag.a Gertraud Jahn ein paar Worte an die Anwesenden richtete und Erika Kirchweger (Obfrau, Land der Menschen) den Marsch startete. Angeführt von der Magistratsmusik Linz marschierten über 1100 Menschen mit aufgespannten Schirmen zum AEC, wo am Maindeck über 800 Bunte Nasen auf die TeilnehmerInnen warteten. Mit diesen bunten Nasen – basierend auf der Aktion" Rassismus? Mog i ned!" (www.rmin.at) –setzten sie ein Zeichen gegen Rassismus.

Im Anschluss folgte eine Rede von Gerhard Haderer „Bruno Kreisky ist vor den Nazis nach Schweden geflüchtet. Wenn die ihn zurückgeschickt hätten, wäre er seinen Verfolgern ausgeliefert gewesen.“ Ab 18 Uhr folgten Konzerte der Bands Mischkultur, Morello Cherry und Intra.

Als Moderatorin führte durch den Tag: Dominika „Minkasia“ Meindl.
Für die Fotos sind verantwortlich: Florian Holter und Christoph Kaltenböck.
Ein großes Danke auch an die HelferInnen, die uns vom Bühnenaufbau bis hin zur Essensversorgung unterstützt haben – größtenteils AsylwerberInnen, die von Caritas, Volkshilfe und SOS-Menschenrechte betreut werden, aber auch das Restaurant Tamu Sana und die Veggies Linz, sowie die Plattform Zivilcourage, im speziellen Matthias Pammer.