Zehn Menschen - verschiedenen Alters, Herkunft und Geschlecht stehen nebeneinander und geben sich die Hand.

Auslandshilfe feierte 25 Jahre Solidarität über Grenzen hinweg

V.l.: Josef Geißler, Viktor Haidukewitsch, Caritas-Direktor Weißrussland, Mirjana Vlaho, stv. Direktor Caritas Mostar, Andras Marton, Direktor Caritas Alba Iulia, Abbé Claude, Direktor Caritas Kinshasa, Istvan Dobai, Direktor Subotica, Franz Kehrer, Direktor Caritas OÖ stehen nebeneinander

Mit einer großangelegten Hilfsaktion für die notleidende Bevölkerung in Rumänien hat vor 25 Jahren die Arbeit der Auslandshilfe der Caritas OÖ. begonnen. Anlässlich des Jubiläums lud die Caritas am 21. Juni 2015 zu einem gemeinsamen Festgottesdienst im Linzer Dom ein. Danach erhielten die Gäste Einblicke in die Arbeit der Caritas-Auslandshilfe in Osteuropa und Afrika.

Zur Feier waren auch Caritas-MitarbeiterInnen aus den Partnerländern gekommen, die im Anschluss an den Festgottesdienst über die Lage und Caritas-Hilfe in ihrer Heimat berichteten. Bei einer Agape konnten zudem internationale Spezialitäten verkostet werden.

Bischof emeritus Dr. Maximilian Aichern, der den Festgottesdienst im Linzer Mariendom gemeinsam mit Caritas-Direktoren aus den Partnerländern zelebrierte, würdigte in seiner Predigt die Arbeit der Auslandshilfe. Ganz nach dem Vorbild Jesu gehe sie nicht an der Not der Menschen vorbei, sondern helfe solidarisch in den Ländern des Ostens und des Südens. Ihm selbst sei es während seiner Amtszeit als Bischof wichtig gewesen, persönlichen Kontakt mit den Menschen und der Kirche in den Partnerdiözesen zu halten. Unter oft schwierigen Bedingungen seien mit Unterstützung aus Oberösterreich neue Strukturen für wirksame Caritas-Arbeit geschaffen worden: Bildungseinrichtungen, Heime und Dienste für behinderte und alte Menschen, für Kinder und für alleinerziehende Mütter.

 Aichern erinnerte daran, dass das Jubiläum nicht nur Anlass für Freude und Dank sei, sondern auch Mut mache, weiterhin zu helfen und weltweite Ungerechtigkeiten zu beseitigen: „Haben wir den Mut, uns den Aufgaben zu stellen und mitzubauen an einer neuen, menschengerechten und nach dem Plan Gottes ausgerichteten Welt.“

Franz Kehrer, MAS, Direktor der Caritas in Oberösterreich,  meinte in seinen Begrüßungsworten: „Caritas-Arbeit muss immer über den Tellerrand unseres Landes schauen. Die Frage muss sein: Wie können wir beitragen zu einer globalen Solidarität?“

Andras Marton, Direktor der Caritas Alba Iulia in Rumänien, wies darauf hin, dass es noch viel zu tun gibt: „In gewissen Bereichen sind in unserem Land Verbesserungen spürbar. Aber es ist eine Tatsache, dass die Menschen die Hilfe der Caritas brauchen. Die soziale Schere zwischen Arm und Reich klafft immer weiter auseinander. Wir als Christen haben eine besondere Verantwortung.“

Abbé Claude, Direktor der Caritas Kinshasa, berichtete über das Leben in der Demokratischen Republik Kongo: „Mehr als die Hälfte der Bevölkerung lebt in Armut. Die Schwerpunkte der Caritas-Arbeit sind die medizinische Versorgung, die Wasserversorgung, Ernährungssicherung und Bildung. Auch Umwelt- und Klimaschutz wird für die Caritas immer wichtiger. Multinationale Konzerne holzen die Regenwälder ab. Ein weiteres Problemfeld sind die Straßenkinder. Aufgrund des Krieges im Osten des Landes gibt es viele Waisenkinder. Wir versuchen, diese Kinder zu betreuen und ihnen eine Zukunft zu geben.“

Das Einsatzgebiet der oberösterreichischen Caritas-Auslandshilfe ist nach wie vor der Osten Europas mit den Ländern Weißrussland, Rumänien, Bosnien-Herzegowina, Serbien und Russland (Sibirien). Aufgrund der Wirtschaftskrise und des mangelhaften Aufbaus staatlicher Sozialstrukturen ist die Caritas-Hilfe hier auch nach wie vor stark gefordert. Dazu kommt ein in den letzten Jahren verstärktes Engagement in der DR Kongo – dem ärmsten Land der Welt.

Foto (v.l.): Josef Geißler, Leiter der Auslandshilfe Linz, Viktor Haidukewitsch, Caritas-Direktor Weißrussland, Mirjana Vlaho, stv. Direktor Caritas Mostar, Andras Marton, Direktor Caritas Alba Iulia, Abbé Claude, Direktor Caritas Kinshasa, Istvan Dobai, Direktor Subotica, Franz Kehrer, Direktor Caritas OÖ