Zehn Menschen - verschiedenen Alters, Herkunft und Geschlecht stehen nebeneinander und geben sich die Hand.

Hilfe für Menschen in Not im Inland – Caritas startet Elisabethsammlung

Bei einer Pressekonferenz am 29.10.2015 im Haus für Mutter und Kind der Caritas OÖ. in Linz sprachen Caritas-Präsident Michael Landau und Franz Kehrer, Direktor der Caritas in Oberösterreich, über aktuelle Herausforderungen in der Hilfe für Menschen in Not im Inland. Anlass war der Start der Elisabethsammlung im November für die Caritas-Inlandshilfe.

Wir brauchen in den kommenden Jahren eine doppelte Integration“, so Caritas-Präsident Michael Landau. „Eine Integration jener Menschen, die über die Grenze zu uns kommen, aber auch jener, die hier bei uns in konkreter Not sind. Wollen wir als Gesellschaft weiterkommen, müssen wir beides im Blick behalten.“ Die Not der einen dürfe nicht gegen die Not der anderen ausgespielt werden. Es gehe „um Gerechtigkeit, um eine gerechte Verteilung der Möglichkeiten für alle – um Chancengleichheit“.

Caritasdirektor Kehrer wies in seinem Statement auf eine zentrale soziale Aufgabe der Zukunft hin: die Schaffung von leistbarem Wohnraum. „Hier wurde zwar bereits seit längerem vieles angekündigt, geschehen ist aber noch kaum etwas. In der Zwischenzeit steigen die Mietpreise weiter an. Und gerade Menschen mit geringem Einkommen haben damit zu kämpfen, dass die Wohnkosten einen immer höheren Anteil ihres Einkommens verschlingen. Der Weg in die Armutsspirale wird so immer kürzer“, so Kehrer.

„Bis Ende September haben wir heuer in OÖ. in unseren 12 Sozialberatungsstellen rund 8700 Menschen in Not – inklusive Familienangehörige – unterstützt. Bei knapp der Hälfte der Vorsprachen (45%) ging es dabei um Probleme mit den Wohn- und Energiekosten. Im Schnitt müssen unsere KlientInnen rund 40 Prozent ihres – ohnehin geringen - Einkommens für Wohnen und Energie aufbringen“, berichtet Caritasdirektor Kehrer. „Neben den hohen Mietkosten sind ein zentrales Problem bei den Vorsprachen in unseren Sozialberatungsstellen die fehlenden Eigenmittel für Erstanmietungskosten (Kautionen, Ablösen etc).“

Gerade AlleinerzieherInnen und Familien mit mehreren Kindern zählen in Österreich zu den besonders armutsgefährdeten Gruppen. „Mitbedacht muss hier immer auch, dass sich dieses erhöhte Armutsrisiko an die nächste Generation ,vererbt‘. So ,pflanzt‘ sich Armut über Generationen fort – wenn wir das Problem an der Wurzel packen wollen, müssen wir daher auch ganz gezielt bei der Hilfe für Familien und der Förderung von Kindern und Jugendlichen ansetzen“, betont Kehrer.

Neben dem dringenden Ausbau von geförderten leistbaren Mietwohnungen forderte Franz Kehrer von der oö. Landesregierung u.a. auch die Schaffung von eigenmittelfreiem Wohnraum für von Armut Betroffene, keine weiteren Einschränkungen bei der Wohnbeihilfe sowie den Ausbau von Krabbelstuben- und Hortplätzen, um alleinerziehenden Müttern den Einstieg in den Arbeitsmarkt zu erleichtern.

 

Spenden bei Elisabethsammlung sichern Nothilfe in Oberösterreich

„Als Caritas in Oberösterreich bemühen wir uns auf vielen Ebenen darum, vielfältige Unterstützungen zu geben. AlleinerzieherInnen und Familien in Notlagen stehen wir nicht nur mit den 12 Sozialberatungsstellen sowie dem Haus für Mutter und Kind zur Seite“, erklärt Kehrer. Für von Wohnungslosigkeit betroffene Frauen und Mütter gibt es in Linz auch das Tageszentrum „FRIDA“. Auf Spenden angewiesen ist die Caritas auch beim neuen „Help-Mobil“. Gemeinsam mit anderen Organisationen bietet dieser Bus Obdachlosen in Linz eine medizinische Notversorgung an. Für Menschen, die mit den hohen Erstanmietungskosten für Wohnraum zu kämpfen haben, hat die Caritas OÖ. einen ,Kautionstopf‘ eingerichtet, aus dem Menschen nach dem Prinzip Mikrokredit bei den Erstanmietungskosten mit einem zinsfreien Darlehen unter die Arme gegriffen wird. „Und unsere fünf Lerncafés in Oberösterreich helfen Kindern und Jugendlichen ganz gezielt dabei, den Armutskreislauf zu durchbrechen. Denn mit einem erfolgreichen Schulabschluss eröffnen sich den Kindern in der Folge auch bessere Chancen bei der weiteren Ausbildung und auf dem Arbeitsmarkt. Nachdem hier Kinder mit und ohne Migrationshintergrund gefördert werden, ist das auch ein wirksame ,Integrationshilfe‘“, berichtet Franz Kehrer.

„Für alle diese Projekte brauchen wir die Solidarität der Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher, denn ohne Spenden könnten wir sie nicht aufrecht erhalten. Mit den Spenden für unsere Hilfe im Inland kann vieles bewirkt und tausenden Menschen ein besseres Leben ermöglicht werden.“

 

Caritas Oberösterreich Spendenkonto:

Raiffeisenlandesbank OÖ
IBAN: AT20 3400 0000 0124 5000
BIC: RZOOAT2L
Kennwort: Elisabethsammlung

Ihre Spende für Menschen in Not in Oberösterreich