Zehn Menschen - verschiedenen Alters, Herkunft und Geschlecht stehen nebeneinander und geben sich die Hand.

Pionierprojekt in St. Pius

Foto v.l.n.r.: Die Mäeutik-Mentoren Josef Ratzenböck, Reinhardt Nemetz, Cora van der Kooij, Clarissa Schwarz, Martina Salletmaier, Elisabeth Matheis, Ewa Entholzer, Marina Anzengruber, Marianne Mitterberger, Renate Weissenböck, Judith Kiesl, Gabi Falkner, Elisabeth Bauer und Florian Henetmayr.

 

Österreichweit einzigartig: Die MitarbeiterInnen von St. Pius, der Caritas-Einrichtung für Menschen mit Beeinträchtigungen in Steegen/Peuerbach, haben gemeinsam mit ExpertInnen ein mäeutisches Betreuungs- und Pflegemodell für Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen entwickelt.

Bereits 2010 wurde gemeinsam mit Mäeutik-Begründerin Dr. Cora van der Kooij das österreichweite Pilotprojekt zur Einführung der Mäeutik in der Langzeitpflege für Menschen mit Beeinträchtigungen gestartet. Im selben Jahr schulten Dr. Cora van der Kooij und Elisabeth Bauer von IMOZ Austria, der Plattform für Veranstaltungen zum Mäeutischen Pflege- und Betreuungsmodell, über 70 MitarbeiterInnen von St. Pius in einem mäeutischen Basiskurs. 2013 begann Dr. Cora van der Kooij die mäeutischen Instrumente für Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung auszuarbeiten. In einer intensiven Seminarreihe wurden heuer zwölf MitarbeiterInnen von St. Pius geschult, diese Instrumente in der Praxis anwenden zu können. Zum Abschluss erhielten sie die Zertifikate zum „Mäeutischen Mentor“ überreicht. Sie werden nun 2016 und 2017 ihre Mäeutik-TrainerInnen-Ausbildung in St. Pius absolvieren und im Anschluss die ersten internen Basiskurse in St. Pius abhalten. Somit ist die Qualität in der Begleitung von Menschen mit Beeinträchtigungen wirksam und langfristig gesichert.

Was ist Mäeutik?
Das mäeutische Betreuungs- und Pflegemodell hat einen „personenzentrierten Ansatz“ und kombiniert Beziehungsarbeit mit Fachwissen. Die Zielsetzung in der mäeutischen Arbeit hängt stark von den Motiven und Vorstellungen der KlientInnen ab: Was möchte der betreute Mensch, was sind seine Bedürfnisse, seine Wünsche und Anliegen. Das verlangt von den Pflegekräften genaues Beobachten, abschätzen der Möglichkeiten und das Vermitteln auf psychischer, sozialer und physischer Ebene. Ganz wichtige Faktoren in der mäeutischen Arbeit sind daher die Reflexion, sowie die Kommunikation innerhalb des Betreuerteams.