Zehn Menschen - verschiedenen Alters, Herkunft und Geschlecht stehen nebeneinander und geben sich die Hand.

Caritas unterstützt PädagogInnen bei der Integration von Flüchtlingskindern

Ein höchst aktuelles Thema stand bei der Caritas für Kinder und Jugendliche am 31. März kostenlos auf dem Bildungsprogramm: „Wie Flüchtlingskinder in Kinderbetreuungseinrichtungen gut aufgenommen und begleitet werden können“ lautete der Titel des Seminars, das bei 73 TeilnehmerInnen auf großes Interesse stieß. Durch die Erfahrungen aus der Flüchtlingshilfe und der psychologischen Beratung für PädagogInnen vereint die Caritas OÖ ein Know-How, das bei PädagogInnen, Kindergarten-Trägern sowie Stadt und Land höchst gefragt ist.

Durch die anhaltenden Konflikte in den verschiedenen Krisengebieten der Welt steigt auch die Zahl der Kinder mit Migrationshintergrund in Österreich. Speziell mit den – zum Teil traumatisierten – Flüchtlingskindern, sehen sich die PädagogInnen in den kirchlichen Kindertageseinrichtungen und den Gemeindekindergärten vor völlig neuen Herausforderungen stehen. „Es ist ein Thema, das Aufmerksamkeit braucht und bei dem wir nun zum ersten Mal auch den Fachkräften außerhalb der Caritas-Institutionen Expertise anbieten können“, freut sich Geschäftsführerin der Caritas für Kinder und Jugendliche, Mag.a. Edith Bürgler-Scheubmayr. Mag.a. Katharina Strasser von der Psychologischen Beratung der Caritas für Kinder und Jugendliche informierte über die Hintergründe traumatischer Erfahrungen, wie sich diese möglicherweise auswirken können und wie die Kinder bei deren Bewältigung am besten unterstützt werden können. „Wesentlich ist, den Kindern eine tragfähige und verlässliche Beziehung anzubieten, ihnen mit Alltagsroutine Sicherheit zu vermitteln und ihnen aber auch Zeit und Raum für Emotionen zur Verfügung zu stellen“, erklärt sie. Doch die Kinder dürfen nicht „nur“ als Opfer gesehen werden. „Sie sind auch starke, kreative Persönlichkeiten, die in der Entfaltung ihrer Potenziale bestmöglich unterstützt werden sollen“, fügt Strasser hinzu. Da die Eltern oft selbst traumatisiert und fremd in unserer Gesellschaft sind, fällt den PädagogInnen in der Förderung eine umso bedeutendere Rolle zu.

Mathilde Leeb, Leiterin des Pfarrcaritas-Kindergartens „Schwalbennest“ in Linz-Urfahr, integriert seit vielen Jahren Kinder mit Migrationshintergrund. Sie berichtete über ihre Erfahrungen und gab viele wertvolle Tipps, wie eine Vertrauensbasis zu Kindern und Eltern aufgebaut, Willkommensgesten gesetzt oder das Wir-Bewusstsein gefördert werden kann. „Migration ist ein Segen für die Menschheit und eröffnet neue Lernmöglichkeiten - gerade auch für Einheimische“, motivierte Leeb, die Herausforderung als besondere Entwicklungschance für alle Kinder zu sehen.