Zehn Menschen - verschiedenen Alters, Herkunft und Geschlecht stehen nebeneinander und geben sich die Hand.

„Wie ein Erdbeben in Attersee“

Ein kleiner Junge aus einem Flüchtlingslager läuft in Richtung Kamera.

Die Caritas unterstützt syrische Flüchtlingskinder indem sie ihnen eine Schulbildung ermöglicht.
Foto: Sam Tarling/Caritas

 

„Stellen Sie sich vor, in Attersee gäbe es ein Erdbeben, das auch noch in der Musikschule St. Georgen durch eine Druckwelle Fenster zerspringen ließe.“ Drastisch beschrieb Krisenberichterstatterin Mag.a Petra Ramsauer beim Caritas-Länderabend, was die andauernden Luftangriffe für die Bevölkerung in Syrien bedeuten. Auf Einladung des Projekts Dialog St. Georgen der Caritas Flüchtlingshilfe sprach die gebürtige Schörflingerin über die Krisenregionen Syrien, Irak und Afghanistan.

Petra Ramsauer erlebte hautnah mit, wie traumatisierend etwa die durch das Regime in Syrien eingesetzten Fassbomben wirken. Während der Angriffe war sie zur Recherche in Aleppo und spürte am eigenen Leib was es bedeutet, wenn 30 Sekunden zwischen Leben und Tod entscheiden. Drei Tage war sie dort – doch die Bilder wird sie ein Leben lang nicht vergessen.

Die Lösung für den bereits fünf Jahre dauernden Konflikt kann nur eine politische sein. Doch die Zukunft werden, so Ramsauer, nicht honorige Herren in grauen Anzügen gestalten, sondern die Kinder, die heute in Aleppo, Raqqa, Mosul oder in den Flüchtlingslagern in den angrenzenden Ländern Libanon oder Jordanien leben. Petra Ramsauer appelliert deshalb eindringlich,  in größeren zeitlichen Dimensionen zu denken und Ressourcen nicht nur in nationalstaatlichen Strategien zu binden. Für die Journalistin und Autorin zeigte sich diese Schwäche der europäischen Politik am 26. August 2015 besonders deutlich. An diesem Tag gab der UNHCR bekannt, dass nur ein Drittel der für die Basisversorgung der Flüchtlinge nötigen Mittel von der Staatengemeinschaft bereitgestellt wurde. In derselben Nacht entdeckte man einen LKW auf der Autobahn nahe Parndorf, in dem 71 Flüchtlinge ums Leben kamen…

Rund 13,5 Millionen Menschen benötigen in Syrien und den angrenzenden Nachbarländern dringend humanitäre Hilfe. Die Caritas hilft seit Ausbruch der Krise 2011 vor Ort und konnte seither mehr als 130.000 Menschen mit Lebensmitteln, Hygieneartikeln, Decken, Matratzen, Winterkleidung und medizinischer Hilfe versorgen. Es sind vor allem die zahlreichen Kinder, die durch den Bürgerkrieg in Gefahr sind, zu einer „verlorenen Generation“ heranzuwachsen. Ihnen ermöglicht die Caritas eine Schulbildung - schließlich sind es die Kinder von heute, welche eine friedliche Zukunft gestalten.

Um weiterhin den Flüchtlingen in den Nachbarländern Syriens helfen zu können, bittet die Caritas um Spenden.

Spendenkonto
„Hilfe für Syrien“
Raiffeisenlandesbank
IBAN: AT203400000001245000
BIC: RZOOAT2L

 

Mehr zum Syrien-Konflikt und wie die Caritas hilft erfahren Sie hier:

https://www.caritas.at/auslandshilfe/katastrophenhilfe-humanitaere-hilfe/laender-brennpunkte/syrien/