Zehn Menschen - verschiedenen Alters, Herkunft und Geschlecht stehen nebeneinander und geben sich die Hand.

Stadtwärts zum Festival "sicht:wechsel"

Bereits zum 4. Mal fand das internationale Kunst- und Kulturfestival „sicht:wechsel“ von 21. – 25.06. in Linz statt, das Menschen mit Beeinträchtigungen und ihre Talente ins Zentrum des städtischen Geschehens rückt. Theater, Musik, Tanz und Lesungen zeigten das künstlerische Können von Menschen mit Beeinträchtigungen einer breiten Öffentlichkeit. Dieses Jahr wurden die Aktivitäten an vielen Orten im öffentlichen Raum aufgeführt und trafen beim zufällig vorbeikommenden Publikum im Stadtzentrum Linz auf großes Interesse.

KünstlerInnen aus St. Pius waren an mehreren Tagen im Mittelpunkt des Geschehens und sind mit Weisheiten und Zitaten, die sie selbst formuliert haben und welche dann auf Postkarten und Transparente gedruckt wurden, durch die Stadt gegangen. „Auf die Plätze! Sprache! Los!“, hieß es dann sogleich. Unbekannten Menschen konnte beim Überreichen der Karten ein Lächeln entlockt werden und es ergaben sich spontane Gespräche.

Die Literaten aus St. Pius beteiligten sich auch beim literarischen Spaziergang „Linz er.lesen“, wo an ausgewählten Plätzen Wissenswertes, Unterhaltsames und Ungewöhnliches zu den Themen Kunst, Religion, Staat und Zukunft von Herbert Schinko, Michael Wilhelm und Silvia Hochmüller vorgelesen wurde.

Ein besonderer Höhepunkt war der Tanzworkshop „Tanz dich frei“ des Wiener Tanzvereins „Ich bin okay“. Die Leiter der Tanzcompany kamen sogar nach St. Pius und unterrichteten die tanzfreudigen BewohnerInnen unter anderem im Hip Hop. Es wurde einigen auch tänzerisches Talent bestätigt und die Freude an der Bewegung überstrahlte ohnehin alles.

In der Herrengasse und in der Allgemeinen Sparkasse OÖ sind im Rahmen der Ausstellung „außer.gewöhnlich“ zusätzlich Bildwerke von Menschen mit Beeinträchtigungen, auch aus St. Pius, bis 7. Juli zu sehen.

Es war für die 54 TeilnehmerInnen aus St. Pius eine besondere, positive Erfahrung, was die eigene Persönlichkeit erneut stärkte und neue Kraft und Freude zum Weiterschreiben gibt.