Zehn Menschen - verschiedenen Alters, Herkunft und Geschlecht stehen nebeneinander und geben sich die Hand.

So vielfältig waren die „72 Stunden ohne Kompromiss“ 2016

Foto: Mädels aus unterschiedlichen Nationen drehten in Steyr ein Video zu ihren Lieblingsplätzen.

 

72 Stunden lang haben sie alles gegeben: rund 600 Jugendliche, die sich in ganz Oberösterreich in 55 Sozialprojekten engagiert haben. TeilnehmerInnen und OrganisatorInnen von „72 Stunden ohne Kompromiss“ ziehen eine äußerst positive Bilanz.

„72 Stunden ohne Kompromiss“ ist ein Projekt der Katholischen Jugend in Zusammenarbeit mit youngCaritas und Hitradio Ö3. Zum achten Mal in der Geschichte der größten Jugendsozialaktion Österreichs haben sich von 19. bis 22. Oktober 2016 etwa 600 oberösterreichische Jugendliche ins Zeug gelegt, um die Welt zu „fairändern“. Sie haben u. a. Möbel aus Paletten gebaut, Gärten verschönert, Räumlichkeiten für Jugendliche einen neuen Anstrich verpasst, Unterkünfte von Flüchtlingen gemütlich gestaltet, Menschen mit Beeinträchtigung bekocht, in sozialen Lebensmittelmärkten mitgeholfen, eine Straßenaktion zugunsten von Kindern im Kongo initiiert, eine alte Kapelle restauriert, die Landesgartenschau 2017 in Kremsmünster bereichert, multikulturelle Begegnungen ermöglicht, in einem Einkaufszentrum über nachhaltigen Konsum informiert und alten Menschen Zeit geschenkt. Bei alldem haben sie die Erfahrung gemacht, dass soziales Engagement doppelt bereichert: Die Unterstützten freuen sich über die Hilfe, die Jugendlichen profitieren von einzigartigen Begegnungen und Erfahrungen.

Judith Zeitlhofer, MSc, Projektkoordinatorin für die Katholische Jugend OÖ und Gesamtverantwortliche, ist müde, aber überglücklich: „Trotz der Anstrengung würde ich keine Minute von ‚72 Stunden ohne Kompromiss“ missen wollen. Ich habe in den letzten Tagen wieder so viele wunderbare Begegnungen gehabt, viel Neues kennen gelernt und gesehen, wie schön soziales Engagement sein kann. Die Motivation und der Einsatz der Jugendlichen und die Dankbarkeit in den Projekten war so deutlich spürbar. Gelebte Vielfalt, wie sie schöner nicht sein könnte!“.

Auch Mag.a Petra Köppl, Projektverantwortliche für die youngCaritas in Oberösterreich, zieht eine höchst positive Bilanz: „Es waren gefühlte zwei mal 72 Stunden, denn es ist so vieles geschehen! Die Jugendlichen können stolz auf sich sein – so vieles ist ihnen gelungen. Wir als youngCaritas waren vor Ort und haben gestaunt, wie kreativ und handwerklich geschickt alle Beteiligten waren. Sie haben so viel erreicht! Vor allem haben sie die Menschen in den Caritas-Einrichtungen mit ihrer Herzlichkeit und mit ihrer Tatkraft bewegt. Es ist eine wichtige Erfahrung, wenn Jugendliche erleben, dass man in kurzer Zeit so viel bewirken kann.“

Gemeinsame Power, tolle Ergebnisse

Viele haben sich als ganze Schulklasse angemeldet, andere als Kleingruppe, einige besonders Mutige auch als Einzelpersonen. Helena und Hanna aus dem BORG Schärding, die sogenannte „Nesteldecken“ für die BewohnerInnen des Caritas-Seniorenwohnhauses Karl Borromäus in Linz genäht haben: „Das Projekt hat unsere Klassengemeinschaft gestärkt! Wir haben alle gemeinsam in einem Raum geschlafen – auch da hat das Zusammenleben prima funktioniert. Und es ist schön zu sehen, dass wir mit kleinen Sachen so viel bewirken und so viel Freude machen konnten!“

In Steyr wurden bei einem Projekt im Integrationszentrum Paraplü der Caritas von einer interkulturellen Mädelsrunde ein Video zu ihren Lieblingsorten in Steyr gedreht, das am 5. November im Rahmen des Integrationsfestes präsentiert wird. Eva-Maria war begeistert von der bunt gemischten Gruppe: „Wir waren zehn Mädchen aus Österreich, dem Irak, aus Afghanistan, Syrien, Ungarn, der Ukraine, Irland und Rumänien. Unglaublich, wie gut die Mädels mit Mitgrationshintergrund Deutsch sprechen!“

Viel Unterstützung, Rückhalt und Dankbarkeit

Die Jugendlichen haben sehr viele positive Reaktionen und sehr viel praktische Unterstützung erfahren. Lokale Firmen und Privatpersonen haben Materialien und Lebensmittel gespendet und damit wesentlich zum Gelingen vieler Projekte beigetragen. Manche Jugendliche waren sehr kreativ im Spendensammeln – so haben sie etwa mit Straßenmusik das Budget für ihr Projekt aufgebessert. Umgekehrt waren die Einrichtungen, in denen sich die Jugendlichen engagiert haben, dankbar für die tolle Unterstützung.


Infos zu allen Projekten in OÖ finden Sie unter www.dioezese-linz.at/72h