Zehn Menschen - verschiedenen Alters, Herkunft und Geschlecht stehen nebeneinander und geben sich die Hand.

Im Einsatz der Nächstenliebe: Caritas verleiht Elisabethmedaille

Caritasdirektor Franz Kehrer, Franz Stockinger, Dr. Erwin Kaltseis, Annemarie Glück, Maria Hinterhofer, August Schwantner, Gertrud und Friedrich Lanz, Maria und Hans Schrattbauer und Bischof Manfred Scheuer (v. li.). 

 

Für ihr besonderes soziales Engagement ehrte die Caritas Oberösterreich am 29. November neun OberösterreicherInnen mit der Elisabethmedaille.  

Im Rahmen einer Feier im Diözesanhaus in Linz würdigte die Caritas OÖ. das soziale Engagement von neun Personen für und mit der Caritas in verschiedenen Tätigkeitsfeldern. Ihnen wurde von Caritasdirektor Franz Kehrer, MAS, und Bischof Dr. Manfred Scheuer die „Elisabethmedaille“ verliehen. Die Heilige Elisabeth ist mit ihrem Einsatz für Arme und Kranke seit jeher ein Vorbild für die Arbeit der Caritas. Ausgezeichnet wurden August Schwantner aus Gramastetten, Franz Stockinger aus Weibern, Gertrud und Friedrich Lanz aus Linz, Dr. Erwin Kaltseis aus Engelhartszell, Maria und Hans Schrattbauer aus Bad Ischl, Annemarie Glück aus Zell am Pettenfirst und Maria Hinterhofer aus Leonding. Sie engagieren sich bereits seit langer Zeit ehrenamtlich in vielfältiger Weise in Einrichtungen der Caritas oder in der Pfarre. „Alle neun verbindet eines: Sie leben Mitmenschlichkeit und setzen Nächstenliebe mutig und beherzt in die Tat um“, so Caritasdirektor Kehrer. Er dankte jeder/jedem einzelnen für das Engagement und die Zeit, die sie anderen Menschen in schwierigen Lebenssituationen schenken. 

Die Ausgezeichneten:

Annemarie Glück aus Zell am Pettenfirst ist seit vielen Jahren in der Pfarre Ottnang Leiterin des Caritas-Fachausschusses. Immer wieder kommen Menschen in Not zu ihr, die sie berät und tatkräftig unterstützt. Sie leistet Besuchsdienste in Altenheimen und im Krankenhaus. Darüber hinaus engagiert sie sich seit langem für die Caritas-Haussammlung für Menschen in Not in Oberösterreich. Sie geht selbst in Thomasroith sammeln und leitet das Team von 43 Sammlerinnen in der Pfarre. Seit den 90er Jahren engagiert sie sich in der Flüchtlingshilfe – damals für Menschen aus dem ehemaligen Jugoslawien und Rumänien, heute für die Flüchtlinge aus dem Nahen Osten. Sie sammelt Kleidung und andere Sachspenden für die Flüchtlinge und bedürftige Menschen in Osteuropa und engagiert sich seit Jahrzehnten in der Katholischen Frauenbewegung, für das Maximilian-Haus und im Forum Friedensgebet.

Franz Stockinger aus Weibern ist im Seelsorgeteam der Pfarre Weibern seit ein paar Jahren Verantwortlicher für Diakonie. In der Vergangenheit hatte er auch schon viele andere ehrenamtliche Funktionen in der Pfarre inne. Als Diakoniebeauftragter kümmert er sich besonders um alle alltäglichen Sorgen und Nöte der Pfarrmitglieder. Er sieht die Probleme der Mitmenschen und bringt sich nach seinen Möglichkeiten und Fähigkeiten überall ein, wo er helfen kann oder findet über sein Netzwerk im Ort auch andere Engagierte. Franz Stockinger besucht alte und kranke Menschen zu Hause und im Krankenhaus und geht seit 25 Jahren als Haussammler für die Caritas von Tür zu Tür. Da er selbst seit 28 Jahren seine Gattin und jetzt auch seinen 90-jährigen Vater pflegt, liegt ihm besonders die Unterstützung anderer pflegender Angehöriger am Herzen. Er hat die regionale Gesprächsgruppe der Caritas mit aufgebaut, wo sich Betroffene regelmäßig treffen, austauschen und sich Tipps für den Pflegealltag holen können.  

Dr. Erwin Kaltseis aus Engelhartszell war bis zu seiner Pensionierung im Vorjahr 32 Jahre lang Hausarzt in den Caritas-Einrichtungen Seniorenwohnhaus St. Bernhard und „invita“, einer Einrichtung für Menschen mit psychischen Erkrankungen. Ihn zeichnet sein ganz besonderer menschlicher Einsatz aus, der weit über das „übliche“ Maß hinausging.  Er nahm sich viel Zeit für Gespräche mit den BewohnerInnen und es war ihm sehr wichtig, auf die Bedürfnisse jedes einzelnen einzugehen. Mit viel Einfühlungsvermögen und Wertschätzung begleitete Dr. Kaltseis auch die Bewohnerinnen und Bewohner, die am Ende ihres Lebens standen. Dazu kam er oft auch ohne Auftrag in seiner Freizeit, um nach ihrem Wohl zu sehen. Und auch jetzt in der Pension besucht Erwin Kaltseis noch die BewohnerInnen und schenkt ihnen Zeit und Zuwendung. 

Maria und Hans Schrattbauer aus Bad Ischl haben zwei Jahrzehnte lang die Rumänienhilfe in der Pfarre organisiert. Zwei Mal pro Jahr haben sie dafür Kleidersammlungen durchgeführt und jährlich sechs LKWs nach Rumänien gebracht, um dort gemeinsam mit der Caritas Armuts-Betroffenen zu helfen. Maria Schrattbauer war seit 1968 bis zur Pensionierung 2007 Mitarbeiterin der Caritas – in den ersten Jahren unter anderem ehrenamtliche Leiterin der Familienhilfe, später baute sie die Mobilen Dienste der Caritas in Vöcklabruck und Gmunden auf und übernahm die Regionalleitung. Neben diesem Berufsalltag arbeitete sie laufend bereits in der Pfarre Bad Ischl mit und war Ansprechperson für alle Caritasfragen. Gemeinsam mit ihrem Mann leitet sie seit 2003 in der Pfarrcaritas den Sozialfonds. Egal wer Hilfe oder Unterstützung benötigt – beide haben immer ein offenes Ohr, suchen sofort Lösungen und helfen bei der Umsetzung. Für beeinträchtigte, ältere Menschen bietet Maria Schrattbauer Fahrtendienste an und derzeit unterstützt sie auch eine syrische Familie in Bad Ischl beim Deutsch-Lernen. Nebenbei kümmern sich die beiden auch noch um die Kalvarienbergkirche und haben beim Aufgang zur Kirche einen biblischen Kräutergarten angelegt. 

Gertrud und Friedrich Lanz aus Linz sind seit Jahren ehrenamtlich für obdachlose Menschen in der Landeshauptstadt im Einsatz. Gertrud Lanz engagiert sich im Caritas-Frauentageszentrum FRIDA. Sie springt ein wenn „Not an der Frau“ ist und kocht regelmäßig auf. Ebenso unkompliziert hilft sie auch in der Caritas-Wärmestube mit und steht den Menschen als Gesprächspartnerin zur Verfügung. Zusätzlich ist sie beim Roten Kreuz, bei der Armenausspeisung der Elisabethinen und bei der Stadtdiakonie aktiv. Ihr Mann Friedrich erledigt kleinere Reparaturen, Fahrtendienste für die Wärmestube oder sortiert Sachspenden. Außerdem ist er ehrenamtlicher Fahrer beim Help-Mobil, das Obdachlosen eine mobile medizinische Notversorgung bietet. Beide packen überall an, wo sie gebraucht werden, nehmen Menschen am Rand der Gesellschaft so an, wie sie sind, und schenken ihnen Zeit und Zuspruch. 

Maria Hinterhofer aus Leonding war lange Jahre „Kinderdorfmutter“ in St. Isidor. Nach ihrer Pensionierung wurde sie zur „guten Seele“ in der Pfarre Hart, sie übernimmt Mesnerdienste, arbeitet im Reinigungsteam mit und engagiert sich besonders auch bei den Flohmärkten der Pfarre.  Sehr viel ihrer Zeit widmet sie dem „Kost-Nix-Laden“ im Pfarrzentrum Hart, wo bedürftige ÖsterreicherInnen und AsylwerberInnen gebrauchte Kleidung, Haushaltsartikel und Dinge des täglichen Bedarfs erhalten. Sie hat den Laden federführend mit aufgebaut und unterstützt nun das Team, in dem auch AsylwerberInnen mitarbeiten. Für diese ist sie auch zu einer wichtigen Vertrauensperson geworden, und hat stets ein offenes Ohr für ihre Sorgen und Nöte.  Außerhalb der Öffnungszeiten ist sie fast täglich im Pfarrheim und sortiert die gespendeten Sachen. Vieles nimmt sie auch mit nach Hause, wäscht es und bessert es aus.

August Schwantner aus Gramastetten engagiert sich seit Jahrzehnten für die Pfarre Ottensheim. Er ist bereits die siebte Periode im Pfarrgemeinderat und leitet den Sozialkreis. In dieser Funktion unterstützt er immer wieder Menschen in Notlagen, u.a. in Form von zinsenlosen Mikrokrediten. Weiters engagiert er sich für die Katholische Männerbewegung und in der Selbstbesteuerungsgruppe „IG-Welt“. Sein besonderes Engagement gilt seit den 90er Jahren den Flüchtlingen. Immer wieder half er tatkräftig mit, wenn Flüchtlinge in Ottensheim untergebracht wurden, stattete Quartiere mit Möbeln aus und unterstützte bei der Integration der Menschen im Ort. Seit der Eröffnung des Containerdorfes in Ottensheim arbeitet er in der Integrations-Initiative „Willkommen Ottensheim“ mit. Als Alpenvereins-Mitglied nahm er AsylwerberInnen immer wieder zu Wanderungen mit. Auch sein handwerkliches Geschick stellt er in den Dienst der guten Sache – insgesamt montierte er bisher 55 Küchen in Quartieren und Wohnungen.