Zehn Menschen - verschiedenen Alters, Herkunft und Geschlecht stehen nebeneinander und geben sich die Hand.

Kindern etwas fürs Leben mitgeben

22.09.17

Ein Bub, eine Frau und zwei Mädchen sitzen beim Tisch und lernen.

Eva Feldweber wollte eigentlich schon immer etwas mit Kindern machen. „Als meine zwei Eigenen langsam erwachsen wurden und auszogen, habe ich mich nach einer Möglichkeit umgesehen, ehrenamtlich mit Kindern zu arbeiten. Auf der Homepage der Caritas habe ich die Lerncafés entdeckt, wo immer Ehrenamtliche gesucht werden. Seit der Eröffnung 2014 bin ich ein Mal pro Woche im Lerncafé Auwiesen in Linz“, erzählt Eva Feldweber.

Ausgleich zur Büroarbeit

Für die Linzerin ist der Nachmittag bei den Kindern im Lerncafé, die zwischen 6 und 15 Jahre alt sind, ein perfekter Ausgleich zum Büroalltag. „Ich bin gerne unter Menschen und liebe Kinder — das alles habe ich im Lerncafé.

Respektvoller Umgang

Hier kann ich ihnen etwas mitgeben — nicht nur für die Schule, sondern auch für das Leben. Das macht Sinn.“ Im Lerncafé wird nicht nur gelernt, sondern ein freundliches, respektvolles Miteinander gelebt: „Wir pflegen einen respektvollen Umgang miteinander — egal von welchem Land jemand stammt. Wir legen Wert darauf, dass gerecht geteilt wird, Bitte und Danke gesagt wird und dass es selbstverständlich ist, dass man zusammen hilft und man auch Dinge verborgt.“

Spielen & Lernen

Wenn die Kinder direkt von der Schule in das Lerncafé kommen, wird zuerst etwas gespielt. Ab 14 Uhr stehen Hausübung und Lernen auf dem Programm. Eva Feldweber erklärt Dinge, die die Kinder im Unterricht nicht verstanden haben oder kontrolliert, ob die Aufgabe auch richtig erfüllt worden ist. 

Schwerpunkt Sprache

Mit den kleineren Kindern, die weniger Hausübung haben, wird spielerisch geübt. „Unser Schwerpunkt ist die Sprache, Lesen und Schreiben. Viele Kinder stammen ja aus Familien mit Migrationshintergrund und haben Deutsch nicht als Muttersprache“, erklärt Eva Feldweber. 

Gesunde Jause

Außer ihr sind jeden Nachmittag noch ein bis zwei weitere Ehrenamtliche im Einsatz und natürlich die Caritas-Mitarbeiterin, die das Lerncafé leitet. Jeder Erwachsene „betreut“ drei bis vier Kinder. Nach dem Lernen wird gemeinsam eine gesunde Jause zubereitet und gespielt. Oft geht es dabei in den Turnsaal oder in den Garten. 

Eva Feldweber denkt sich auch oft neue Spiele oder Bastelarbeiten aus: „Das ist zwar nicht notwendig, aber es macht mir großen Spaß.“

Kinder sind so dankbar

Von Zeit zu Zeit werden auch Ausflüge mit den Kindern unternommen. Das sind auch besondere Nachmittage für Eva Feldweber. Denn die Freude und Aufregung ist bei den Kindern immer riesengroß. Viele Kinder stammen aus Familien, denen dies nicht möglich ist, da für Ausflüge oft zuwenig Zeit oder kein Geld da ist.

Die ehrenamtliche Aufgabe mit den Kindern ist für Eva Feldweber eine persönliche Bereicherung: „Die Kinder sind unendlich dankbar, wenn man sich Zeit für sie nimmt. Sie stammen häufig aus Großfamilien, wo keine Zeit bleibt, sich dem Einzelnen zu widmen.“ Stolz macht es die Linzerin, wenn sich die Noten der Kinder verbessern: „Das ist natürlich auch für mich eine Bestätigung, dass unsere Arbeit etwas bringt."

Freiwillige gesucht

Freiwillige für Lerncafés gesucht!

Ab sofort werden für die Lerncafés Linz, Wels, Marchtrenk, Grieskirchen, Vöcklabruck und Steyr Ehrenamtliche gesucht, die neben der Zeit von je 4 Stunden an ein bis drei Nachmittagen pro Woche (13 bis 17 Uhr) Geduld und Verständnis mitbringen.

 

Wo sich Freiwillige melden können:


Weitere Informationen finden Sie unterLerncafés