Zehn Menschen - verschiedenen Alters, Herkunft und Geschlecht stehen nebeneinander und geben sich die Hand.

Kaffee trinken für einen guten Zweck

05.02.18

Am Freitag, den 2. Februar, schenkten Bischof Dr. Manfred Scheuer und Caritas-Direktor Franz Kehrer, MAS im Haus der Frau bei einem Coffee to help für die Osthilfesammlung persönlich Kaffee für einen guten Zweck aus.

„Die Not der Menschen ist nicht immer nur materiell, oft braucht auch die Seele Hilfe und Nahrung durch Freunde und Freude“, betonte Bischof Dr. Manfred Scheuer bei der Eröffnung der Veranstaltung.

Caritas-Direktor Franz Kehrer, MAS unterstrich, wie wichtig der Zugang zur Bildung für Kinder ist, um den Weg aus der Armut zu schaffen. „Die Caritas hilft in Rumänien den Menschen, die der Staat vergessen hat“.

Sr. Erika Ilyes von der Kongregation der Helferinnen (Projektpartner des Osthilfefonds) berichtete den interessierten ZuhörerInnen ganz aktuell über die Situation von Frauen in ländlichen Gebieten. Sr. Erika lebt und arbeitet in Domokos, einer kleinen Gemeinde in den Ostkarpaten.

Durch die Privatisierung und Schließung ehemals staatlicher Betriebe wie zum Beispiel der Salzmine in Domokos sind viele Menschen, vor allem Männer, arbeitslos geworden. Die Sozialhilfe für eine vierköpfige Familie beträgt etwa 95 Euro, Alkoholmissbrauch und häusliche Gewalt sind für viele Frauen trauriger Alltag. Viele, auch sehr junge Frauen sind Witwen, und die Rate der Teenager-Schwangerschaften ist eine der höchsten in Europa. Da die Männer keine Arbeit finden, müssen die Frauen Arbeit suchen, oft auch weit weg von der Familie im Ausland. Konkrete Hilfe für Frauen Krisensituationen ist ein Schwerpunkt der Arbeit. „Eine Mutter und ihre drei kleinen Kinder haben wir in der Kirche versteckt und dann in Sicherheit gebracht, als ihr Mann gewalttätig wurde“, erzählt sie. „Auch, wenn einen Frau ein Kind verloren hat, oder andere Sorgen – zu uns können sie immer kommen.“ Zusätzlich setzt Sr. Erika auch auf die Kraft von Selbsthilfegruppen, auf Prävention, auf Elternbildung und Männerbildung. „Es ist wichtig, dass wir nicht einsam sondern gemeinsam leben“, dies ist das Motto der Arbeit der Helferinnen. „Wir helfen nun schon drei Generationen von Frauen – den älteren Frauen, die oft ganz alleine sind, oder mit den Enkelkindern völlig überfordert. Den Frauen in der Lebensmitte und den ganz jungen Frauen.“

„Ohne die Unterstützung aus Oberösterreich könnten wir den Frauen bei uns nicht helfen – dafür danke ich Ihnen allen sehr herzlich!“