Ein älterer Mann und zwei junge Frauen stehen nebeneinander und haben die Arme um die Schultern des anderen gelegt. Ein rotes Band verbindet die drei.

Soll i? Trau´di! Solidarisch leben

Mit dem Slogan „Soll i? Trau‘ di! Solidarisch leben.“ wollen wir auch 2016 Mut machen zu solidarischem Handeln im Alltag. Seit Sommer 2015 ist ja mit der Flüchtlingsbewegung die Solidarität in unserer Gesellschaft auf eine harte Probe gestellt. Es ist beeindruckend, dass tausende Menschen in Österreich keine Sekunde gezögert und ganz einfach Menschlichkeit in die Tat umgesetzt haben.

Das lässt hoffen, denn wir können die Herausforderungen der Zukunft nur bewältigen, wenn Werte wie Menschlichkeit, Gerechtigkeit und Solidarität wieder viel stärker in den Mittelpunkt rücken. Wir müssen endlich wieder hinschauen, die Sorgen und Nöte der anderen wahrnehmen und handeln. Das kann der Nachbar sein, der seinen Arbeitsplatz verloren hat, oder die alte Frau, die einsam ist. Ihnen ein offenes Ohr und ein wenig Zuversicht zu schenken, kann schon viel bewirken.

Auch 2016 wollen wir wieder kleine wie große Beispiele für solidarisches Handeln aufzeigen und damit auch anderen Mut machen, Solidarität zu leben. Denn Solidarität geht jede und jeden an. Nur eine Gesellschaft, die darauf achtet, dass es allen Menschen gut geht, bleibt auch für alle lebenswert.  Solidarisches Leben bedeutet auch, dafür zu sorgen, dass alle Menschen gleiche Chancen erhalten und niemand ausgegrenzt oder ausgeschlossen wird. Und dazu sollte und kann jeder einen Beitrag leisten.

Robert Kratky über Solidarität

Robert Kratky war drei Tage lang für Hitradio Ö3 in ganz Österreich unterwegs um Projekte von Österreichs größter Jugendsozialaktion „72 Stunden ohne Kompromiss“ zu besuchen. Wir haben die Gelegenheit genutzt um ihn zu fragen, was Solidarität für ihn bedeutet.

Josef Hader über Solidarität

Auch 2016 will die Caritas in Oberösterreich Mut machen, solidarisch zu leben. Dazu haben wir Josef Hader in Linz getroffen, und ihn gefragt, was für ihn Solidarität bedeutet.

ORF-Moderator Walter Witzany

über sein Engagement für Flüchtlinge

Seine Stimme ist in Oberösterreich ein Begriff. Weniger bekannt ist, dass sich ORF-Moderator Walter Witzany auch sozial engagiert - seit kurzem auch für Flüchtlinge. Uns hat er im Interview verraten, warum er für Solidarität eintritt.

  • Die Caritas-Mitarbeiterin Brigitte Egartner, Teamleiterin der Fach- und Forschungsstelle für Migration, Integration und interkulturelle Bildung mit dem Statement: Solidarität heißt für mich zu spüren, auch auf der anderen Seite stehen zu können; dass ich vielleicht jetzt auf der glücklicheren Seite bin und mir dieses Glücks bewusst bin. Der "Andere" - der Flüchtling, der Arme, der Kranke - erlebte Krieg, Arbeitslosigkeit oder Gewalt. Dies alles kann auch mir passieren. So anders ist der Andere nicht.

    Statement von Brigitte Egartner

  • Statement von Manuel Pichler

  • Statement von Helga Jungwirth

  • Eine junge Frau und daneben ihr Statement "Solidarität bedeutet für mich, jeden Menschen gleich zu behandeln."

    Statement von Monika Gnong

  • Die Caritas-Mitarbeiterin Brigitte Egartner, Teamleiterin der Fach- und Forschungsstelle für Migration, Integration und interkulturelle Bildung mit dem Statement: Solidarität heißt für mich zu spüren, auch auf der anderen Seite stehen zu können; dass ich vielleicht jetzt auf der glücklicheren Seite bin und mir dieses Glücks bewusst bin. Der "Andere" - der Flüchtling, der Arme, der Kranke - erlebte Krieg, Arbeitslosigkeit oder Gewalt. Dies alles kann auch mir passieren. So anders ist der Andere nicht.
  • Eine junge Frau und daneben ihr Statement "Solidarität bedeutet für mich, jeden Menschen gleich zu behandeln."
Eine junge Frau mit Rastazöpfen hält einen Teller mit Muffins in der Hand und grinst in die Kamera.

„Solidarität bedeutet für mich zu versuchen, Menschen zu verstehen und sich ihre Geschichte anzuhören, anstatt sie sofort zu verurteilen und sie aufgrund des Gerüchts vom Sitznachbarn nebenan ‚abzuschreiben‘;  den Menschen ein Lächeln zu schenken, die es vielleicht im Laufe ihres  Weges schon etwas verloren haben und für sie ein Freund zu sein, der ihnen vielleicht in einigen Momenten gefehlt hat. Und Solidarität bedeutet für mich auch, nicht zu vergessen, dass es auch Menschen teils nur sieben Flugstunden von uns entfernt gibt, die sich wünschen würden, dass wir einfach mal an sie denken und dann nachdem wir erkennen, was wir für ein riesen Glück wir haben, und das eigentlich nur, und das finde ich daran so unfair, weil wir woanders geboren sind als sie, ein Gefühl von Mitverantwortung bekommen und erkennen, dass es wir sind, die ihnen helfen müssten. Und als aller letztes bedeutet Solidarität für mich, mit offenen Augen und einem offenen Herzen durch die Straßen zu gehen und sich zum Beispiel in der Straßenbahn nicht immer so grimmig und feindlich anzusehen, wir sind schließlich und endlich ja alle dieselben ;)“

Nadine Stiftinger, ActionPoolerin der youngCaritas

"Der Sozialethiker Herwig Bücherle hat einmal gesagt: ‚Das Humane musste zu allen Zeiten errungen werden.‘ Das Menschliche ist dabei nicht etikettiert mit einer Zugehörigkeit zu einer Konfession. Es zeichnet den Menschen aus zu sagen: Wir haben begriffen, dass Solidarität heißt, unsere Kräfte zusammen zu legen.
Die Grundvoraussetzung ist, dass man nicht ignorant durch die Welt geht. Wenn ich weiß, dass es mir passabel gut geht und dass es anderen schlechter geht, dann ist der nächste Schritt zu überlegen, was man tun könnte. Dann fängt die Frage an, mit wem tue ich es, wie tue ich es, welche Art von Organisation ist mir wichtig und wo fühle ich mich wertemäßig beheimatet. Bei uns im Vorstand sind so etwas wie Lebensfreundschaften entstanden. Über die Jahre, in denen man stundenlang zusammen gesessen ist, überlegt und gekämpft hat, ist man zusammengeschweißt. Die Zeiten heute sind wie immer gefährlich und gleichzeitig chancenreich. Und da braucht es das Engagement von Menschen, die sagen: Ich hab’s begriffen. Ich habe begriffen, dass mein Leben reicher, schöner, interessanter werden kann, wenn ich mich engagiere. Das Engagement ist nie eine Einbahnstraße. Du bekommst immer etwas zurück. Du fängst die eine oder andere Blessuren ein, kriegst Gegenwind ab, wirst vielleicht in eine Schublade gepackt, als Gutmensch heruntergemacht; aber das ist nichts gegen die Freude, die man hat, wenn etwas wächst und vorher jemand gesagt hat: Das schaffst du nie."

Hans Übleis, Gründungsmitglied des Sozialzentrums Vöcklabruck