Wie wirkt die Caritas für Menschen in Oberösterreich?



So vielfältig wie Lebenssituationen sein können, sind auch die Hilfs- und Dienstleistungsangebote der Caritas in Oberösterreich: für Menschen in Not, Menschen mit Beeinträchtigungen, Kinder und Jugendliche, ältere Menschen, pflegende Angehörige, Familien und viele andere. Jährlich bietet die Caritas so rund 40.000 Menschen Hilfe und Unterstützung mit regionalen Anlaufstellen in ganz Oberösterreich. Dabei leistet sie Hilfe zur Selbsthilfe, damit Menschen ihr Leben aus eigener Kraft gestalten können und ihren Platz in der Gesellschaft finden.

Der wichtigste „Wirkstoff“ dabei: mit dem Herzen zu sehen und zu handeln. Nächstenliebe erzeugt „soziale Energie“, die Kraft gibt und Licht in das Leben von Menschen bringt, die oft auf der Schattenseite stehen.

Caritas wirkt aber vor allem dann, wenn andere mitwirken: Pfarren, Freiwillige, SpenderInnen, KooperationspartnerInnen, Unternehmen und viele mehr.

Bekommt die Caritas dafür auch Geld vom Staat?



Ja, denn den Großteil unserer sozialen Dienstleistungen erbringen wir im Auftrag und in Kooperation mit staatlichen Behörden (Bund, Länder, Gemeinden). Das sind Leistungen unseres Sozialstaates, die auch solidarisch aus Steuergeldern finanziert werden. Bei manchen Leistungen haben die EmpfängerInnen der Leistung zusätzlich Eigenbeiträge zu entrichten – zum Beispiel bei den Mobilen Pflege- und Familiendiensten. Diese Beiträge sind sozial gestaffelt.
Mit der Durchführung solcher sozialer Dienstleistungen werden wir als Caritas ebenso wie andere Sozialorganisationen beauftragt, weil wir zumeist bereits Erfahrungen in dem jeweiligen sozialen Feld haben und die Aufgaben daher professionell und mit hoher fachlicher Qualität erfüllen können. In vielen Bereichen, in denen wir arbeiten, haben wir langjährige Erfahrung und oft Pionierarbeit geleistet, lange bevor der Staat diese Aufgaben als sozialstaatliche Verantwortung gesehen hat.

Die vertragsgemäße Leistungserbringung und Abrechnung wird von unseren Partnern der öffentlichen Hand sehr genau geprüft und wir haben dafür umfangreiche Dokumentationen zu erbringen. 2017 wurden unsere Leistungen zu rund 84 % aus öffentlichen Geldern finanziert, rund 8 % der Finanzierung erhielten wir aus den Eigenbeiträgen von betreuten Menschen.

Solche Leistungen sind bei uns in der Caritas Oberösterreich unter anderem: Mobile Pflegedienste, Seniorenwohnhäuser, Mobile Familiendienste, Kindertageseinrichtungen, verschiedene Wohn- und Betreuungsformen für Menschen mit Beeinträchtigungen oder psychischen Erkrankungen, verschiedene Therapieangebote und Berufsqualifizierung für Menschen mit Beeinträchtigungen, einzelne Einrichtungen für Obdachlose, Quartiere und Betreuung von AsylwerberInnen und Angebote zur Integration von Flüchtlingen, die einen positiven Asylbescheid erhalten haben und hier bleiben dürfen. 

Wie finanziert sich die Caritas in Oberösterreich?



Die Arbeit der Caritas in Oberösterreich wurde 2017

  • zu rund 84 % aus Zahlungen der öffentlichen Hand für erbrachte Leistungen in deren Auftrag bzw. in Kooperation finanziert.
  • 8,25 % finanzierten die LeistungsempfängerInnen selbst,
  • 1,86 % kamen aus der Diözesanfinanzkammer und
  • 6,31 % der Mittel verdanken wir den SpenderInnen in Oberösterreich.

Nähere Informationen finden Sie in unserem Geschäftsbericht 2017

Wozu braucht die Caritas Spenden?



Spenden sichern in erster Linie die Existenz der Hilfe für Menschen in Not der Caritas im In- und Ausland. Diese ist überwiegend spendenfinanziert. AlleinerzieherInnen und Familien in Krisensituationen, Obdachlose, aber auch Menschen, die Hunger leiden in den ärmsten Ländern der Welt, arme Kinder – sie alle erhalten durch die Spenden die Chance auf eine bessere Zukunft.

Darüber hinaus werden auch in anderen Tätigkeitsfeldern Spenden benötigt für Leistungen, die nicht von der öffentlichen Hand bezahlt werden – zum Beispiel das Mobile Hospiz, Leistungen für pflegende Angehörige oder bestimmte Therapien und Förderungen für Menschen mit Behinderungen.

Diese Hilfen bietet die Caritas deswegen an, weil sie auf Grundlage ihrer Erfahrungen aus der täglichen Arbeit mit den Menschen Notlagen und Bedarf an zusätzlicher Hilfe wahrnimmt. Unser Sozialstaat reagiert oft nicht oder zu langsam auf gesellschaftliche Entwicklungen und daraus entstehende neue Nöte. 

Wie hilft die Caritas?



Die Caritas-Hilfe heißt nicht, dass Geld einfach weitergegeben wird. Wenn materielle oder finanzielle Unterstützung von der Caritas geleistet wird, dann nur punktuell und zur Überbrückung der akuten Notlage. Ob jemand Anspruch auf diese Hilfe hat, wird anhand der Einkommens- und Ausgabensituation genau geprüft. Prinzipiell leistet die Caritas in erster Linie „Hilfe zur Selbsthilfe“. Gemeinsam mit den KlientInnen werden langfristige Perspektiven entwickelt, um ihnen ein eigenständiges Leben zu ermöglichen. Dazu wird die Eigenverantwortung und -initiative der Menschen eingefordert.

Wieviel hilft die Caritas im Inland?



Mehr als 90 % aller Gesamtaktivitäten und Dienstleistungen erbringt die oberösterreichische Caritas für Menschen in Oberösterreich. In der Regel entfallen ca. zwei Drittel (je nach aktueller Zweckwidmung) aller Spenden auf die Inlandshilfe. 

Wie hilft die Caritas im Ausland?



Das Engagement der Caritas im Ausland ist grundsätzlich auf „Hilfe zur Selbsthilfe“ und der Förderung von Eigeninitiative ausgerichtet. Wir bauen daher in unserer Arbeit auf die lokalen Caritas-Partnerorganisationen, die vor Ort die Projekte initiieren und durchführen. Sie erhalten von der Caritas OÖ. neben der finanziellen Unterstützung insbesondere fachliche Beratung bei der Planung und Durchführung von nachhaltigen Projekten und beim Aufbau der Hilfsstruktur, um die Hilfe für die Menschen langfristig abzusichern.  Diese Struktur, die Verbindungen zu verlässlichen Partnern, auf die jederzeit zurückgegriffen werden kann, sind die beste Garantie für schnelle Einsatzmöglichkeiten und die Nachhaltigkeit der Hilfsmaßnahmen. 

Kann ich darüber entscheiden, wie meine Spende verwendet wird?



Sie können Ihre Spende einer bestimmten Einrichtung oder einem bestimmten Zweck/Projekt widmen, indem Sie dies bei der Einzahlung im Verwendungszweck vermerken. So entscheiden Sie selbst, wofür das Geld verwendet wird. Wenn Sie keinen bestimmten Verwendungszweck angeben, wird Ihre Spende dort eingesetzt, wo Hilfe gerade am nötigsten gebraucht wird. Den widmungsgerechten Einsatz Ihrer Spende können Sie in unserer Spendenbuchhaltung jederzeit erfragen.

Wie viel von den Spendengeldern wird für die Spendenwerbung und Spendenaufbringung verwendet?



Unser Grundsatz ist es, so viel Geld wie möglich für die Hilfe für Menschen in Not im Inland und Ausland zu verwenden. Von jedem gespendeten Euro fließen fast 90 Cent in die Hilfe für Menschen in Not. Wir müssen aber auch den Erfordernissen seriöser Arbeit gerecht werden. Dafür sind aber einige Arbeitsschritte notwendig: Von der Kommunikation mit den SpenderInnen über die Spendenerfassung und Zweckwidmungszuordnung bis hin zur Buchhaltung, Controlling und Meldung an das Finanzamt wegen der steuerlichen Absetzbarkeit. Angesichts der immer zahlreicher werdenden Spendenorganisationen ist auch Spendenwerbung notwendig - wir müssen auf die Caritas aufmerksam machen, um die Existenz unserer Hilfe für Menschen in Notlagen zu sichern. Für alle diese Tätigkeiten werden etwas mehr als 10 Cent von jedem gespendeten Euro verwendet. 

Wer kontrolliert und überprüft die Spenden- und Mittelverwendung?



  1. Die Caritas wird nach den Kriterien des Österreichischen Spendengütesiegels von einem Wirtschaftsprüfer geprüft. Damit wird der Umgang mit Spendengeldern im Sinne der SpenderInnen bestätigt.
  2. Die Bücher werden von externen Wirtschaftstreuhändern und von den Finanzbehörden geprüft.
  3.  Öffentliche Mittel, die von der Caritas verwendet wurden, unterliegen der Kontrolle der öffentlichen Hand (Land OÖ, Ministerien, EU-Behörden).
  4. Das Finanz- und Rechnungswesen unterliegt internen Regelungen unseres Organisationshandbuches. 

Exakte Angaben zu den Einnahmen, Mittelverwendung, Verwaltungs- und Werbungskosten finden Sie auf unserer Website im Bilanzteil des Jahresberichtes

Was hat die Caritas 2017 mit den Spenden erreicht?



(Auszug)

  • 12.663 Menschen in Not in Oberösterreich (inkl. Familienangehörige) wurde durch die Sozialberatungen geholfen (Beratung, Lebensmittelgutscheine, Übernahme einer Rechnung für Strom, Heizen oder Wohnen, etc.)
  • 214 Schulkinder aus sozial benachteiligten Familien wurden beim Lernen und bei der Freizeitgestaltung in acht Lerncafés unterstützt.
  • 488 Obdachlose und Personen ohne Sozialversicherung erhielten medizinische Hilfe, Beratung, warme Kleidung, Schlafsäcke und Jause.
  • 2.213 Mal haben pflegende Angehörige psychosoziale Beratung in Anspruch genommen oder bei diversen Veranstaltungen Hilfe und Unterstützung erhalten.
  • 16.662 Menschen wurde in der DR Kongo durch Landwirtschaftsprojekte die Ernährung gesichert
  •  2.158 unterernährte Kinder wurden in der DR Kongo gesund gepflegt.
  •  3.200 Hilfspakete wurden an bedürftige Menschen in Weißrussland verteilt.
  •  29.379 Menschen in der DR Kongo wurde der Zugang zu sauberem Wasser ermöglicht.
  •  156.200 warme Mahlzeiten wurden für 809 Kinder in Rumänien, Russland, Serbien und Weißrussland ausgegeben.
  •  Über 100.000 Menschen wurden in der Dürrekatastrophe in Afrika vor dem Hunger bewahrt.