„Wir sichern die Anonymität“

 

Die Firma „pluswert“ aus Graz führt im Auftrag der Direktion die Caritas-MitarbeiterInnenbefragung durch. Im Interview mit „nah dran“ erklärt pluswert-Geschäftsführer Mag. Anton Prettenhofer, wie sie die Anonymität für alle MitarbeiterInnen gewährleisten.

 

nahdran: Wie viele Mitarbeiterbefragungen haben Sie mit Ihrer Firma schon begleitet?

Prettenhofer: „pluswert wurde 2007 gegründet. In erster Linie führen wir MitarbeiterInnen- und KundInnenbefragungen durch. Zusätzlich haben wir einen Schwerpunkt Angehörigenbefragungen im Bereich Altenpflege/Gesundheit und seit 2013 führen wir auch Arbeitsplatz-Evaluierungen psychischer Belastungen nach dem Arbeitsschutzgesetz durch. MitarbeiterInnenbefragungen haben wir bereits für rund 40 Unternehmen gemacht. Darunter für die Caritas in Oberösterreich, in der Steiermark und in Kärnten.

Bei allen unseren Befragungen und Analysen ist es für uns wichtig, die Ergebnisse so auf den Punkt zu bringen, dass sie leicht verständlich sind, um in weiterer Folge einfacher die richtigen Maßnahmen zu entwickeln. Bei diesem ,Follow-up-Prozess‘ begleiten wir unsere Kunden ebenfalls.“

 

nahdran: Kann ich mich als MitarbeiterIn darauf verlassen, dass ich bei der Befragung anonym bleibe? Was genau sichert die Anonymität?

Prettenhofer: „Die völlige Anonymität ist aus folgenden Gründen gesichert: Die ausgefüllten Fragebögen werden von den Befragten selbst an uns weitergeschickt, entweder per Post oder über ein abgesichertes Urnensystem, und von uns ausgewertet. Ausgefüllte Fragebögen werden NIE an den Auftraggeber zurückgegeben bzw. zur Einsicht gegeben. Weiters ist die Rückverfolgung zu einzelnen Personen nicht möglich, weil wir alle Ergebnisse nur in Gruppen von mindestens sieben Personen darstellen. Ist eine Gruppe kleiner, wird sie nicht dargestellt.

 

nahdran: Und wenn jemand aus der Caritas-Leitung sagt, er möchte einzelne Fragebögen durchsehen?

Prettenhofer: „Meine Antwort dabei wäre eindeutig und klar NEIN. Wir folgen den Datenschutzbestimmungen und dem Ehrenkodex von ESOMAR, der europäischen Gesellschaft Marktforschung sowie der Verschwiegenheitspflicht unserer Berufsgruppe. Das gilt für mich, aber auch unser gesamtes Team.“

 

nahdran: Die Fragebögen sind codiert. Was bedeutet das genau und wie kann die Befragung dann trotzdem anonym sein?

Prettenhofer: „Am Fragebogen ist am oberen Rand die Organisationseinheit und wenn notwendig die Berufsgruppe vorcodiert. Damit ersparen sich alle Befragten das Ankreuzen von einer langen Liste an Organisationseinheiten bzw. Tätigkeitsgruppen. Bei der Caritas Oberösterreich wären das mehr als 100. Ziel ist es, dadurch das Meinungsbild einzelner Abteilungen/Bereiche zu erheben, erst dann kann effizient mit dem Feedback gearbeitet werden. Die Anonymität ist aber deshalb gewährleistet, weil es in der Auswertung keine Zuordnung zu einzelnen Personen gibt.

 

nahdran: Ich muss aber auch angeben, ob ich weiblich oder männlich bin etc. Wenn ich der einzige Mann in der Abteilung bin, dann weiß man doch, wer den Fragebogen beantwortet hat, oder?

Prettenhofer: „Wenn Sie der einzige Mann sind, dann wird das Geschlecht für diese Abteilung nicht ausgewertet. Es erfolgt erst eine Auswertung ab 7 rückgemeldeten Fragebögen. Das heißt, erst wenn 7 Männer einer Abteilung den Fragebogen zurücksenden, wird das Geschlecht ausgewertet. Warum fragen wir aber trotzdem nach Geschlecht, Alter, usw.? Wir wollen mit diesen Statistik-Fragen wissen, ob es Unterschiede bei den Antworten zwischen den Geschlechtern, Altersgruppen etc. gibt. Erst dadurch kann man z.B. gezielte Maßnahmen für bestimmte Themen, die z.B. Frauen oder ältere MitarbeiterInnen besonders beschäftigt, umsetzen.“

 

nahdran: Warum soll man bei so einer Befragung mitmachen?

Prettenhofer: „Der wesentliche Nutzen liegt darin, einem Unternehmen und einzelnen  Organisationseinheiten zurück zu melden, welche Themen Sie als MitarbeiterInnen beschäftigen, wie Rahmenbedingungen der Arbeit wahrgenommen und beurteilt werden. Erst daraus kann man lernen und Maßnahmen entwickeln, die die Arbeit für alle leichter, besser und gesünder macht. Nur aus Gesagtem kann Getanes folgen.“