Ein Zimmer - vollgestellt mit Betten, auf einem sitzt eine indische Familie - Eltern mit einem jugendlichen Mädchen.

Unbegleitete Minderjährige Flüchtlinge

Als unbegleitete minderjährige Flüchtlinge - kurz: UMF - werden Kinder und Jugendliche von 14 bis 18 Jahren bezeichnet, die ohne elterliche Begleitung geflohen sind oder diese auf der Flucht oder im Heimatland verloren haben. Die Caritas wird von der Kinder- und Jugendhilfe OÖ mit der Ausübung der Pflege und Erziehung sowie der rechtlichen Vertretung beauftragt.

Die Caritas bietet den UMF‘s eine pädagogische Rund-um-die-Uhr-Betreuung durch facheinschlägig ausgebildetes Personal mit pädagogischem, sozialarbeiterischem oder psychologischem Background.
Neben den Belastungen, die das Leben als Flüchtling generell mit sich bringt, können UMF‘s nur selten auf stabile, vorhandene Vertrauensbeziehungen zurückgreifen. In der Betreuung der oft traumatisierten Jugendlichen ist es somit notwendig, stabilisierende Faktoren wie Tagestruktur und Bildungsmöglichkeiten einzurichten, um damit den Jugendlichen in der Einrichtung Halt und Geborgenheit bieten zu können.

Für die Caritas ist es wichtig, dass neben den gegebenen Rahmenbedingungen die individuelle Entwicklung der heranwachsenden Personen gefördert wird und die Jugendlichen ihren Bedürfnissen und Interessen nachgehen können. Selbstvertrauen und eigenverantwortliches Handeln werden durch die „Learning by doing“-Haltung der MitarbeiterInnen stark gefördert.

Wir bieten den Jugendlichen:
·    Etablierung einer Tagesstruktur
·    Bildungsmöglichkeiten durch Schulbesuche, Deutschkurse und Lernbetreuung
·    Unterstützung bei der Lehrstellensuche
·    Unterstützung bei Arztbesuchen und Behördengängen
·    Rechtsberatung
·    Freizeitgestaltung
·    Unterstützung bei der Integration

Zusätzliche Hilfestellung bieten wir durch unser PatInnenprojekt

Hierbei engagieren sich Einzelpersonen oder Familien ab 25 Jahren freiwillig als WegbegleiterInnen für die Jugendlichen für einen Mindestzeitraum von einem Jahr. Die PatInnen schenken den jungen Burschen in erster Linie regelmäßig ihre Zeit, mindestens zwei Mal im Monat soll ein Treffen zustande kommen. Bei gemeinsamen Freizeitaktivitäten, durch Einbindung in das familiäre Umfeld und durch Hilfestellung beim Lernen haben die Jugendlichen die Gelegenheit, ihr Deutsch im Alltag zu verbessern, die Kultur und das Familienleben in Österreich kennen zu lernen und auch Vertrauenspersonen außerhalb der Betreuungseinrichtung in ihrem Leben zu etablieren. Besonders in der Lebensphase der Pubertät sind PatInnen wichtig, um Halt zu geben, Vorbild zu sein, Unterstützung zu bieten und den Weg in die Gesellschaft aufzuzeigen. Eine Patenschaft kann dadurch ein wertvoller Beitrag zu kulturellem Austausch und Vielfalt im gesellschaftlichen Miteinander sein. Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Jugendlichen vor allem die Anbindung an eine Familie mit Kindern sehr schätzen und genießen.

In der Wohngruppe gibt es für Paten und Patinnen konkrete AnsprechpartnerInnen welche ihnen in ihrer Aufgabe zur Seite stehen, den Kontakt halten und die Patenschaft begleiten. Zusätzlich können Supervision und Fortbildungen in Anspruch genommen werden.
Bevor sich Pate bzw. Patin und Jugendlicher kennen lernen, gibt es ein erstes persönliches Vorgespräch mit der zuständigen MitarbeiterIn, um die Rahmenbedingungen und die Rolle als Pate/als Patin zu klären.
Nähere Infos und Details zum PatInnenprojekt gibt es im Flyer, telefonisch unter 0676/8776 2303 oder per Mail unter lidija.pocedulic(at)caritas-linz.at.