„Meine Arbeit schenkt mir Mut“

Foto: Astrid Moanda bei einem Vortrag im Petrinum in Linz mit Schülern und LehrerInnen

Seit 2000 leitet die 51-jährige Astrid Moanda das Sozialprogramm für benachteiligte Kinder der Caritas Kinshasa, eine Partnerorganisation der Auslandshilfe. Die Sozial- und Pflegewissenschaftlerin war im Oktober zwei Wochen lang in Schulen und Pfarren in OÖ unterwegs, um über ihre Arbeit mit behinderten Kindern zu berichten.

„Ich war beruflich schon oft in Europa unterwegs. Was mir im Vergleich zum Kongo besonders auffällt ist die gute Basisversorgung im Bereich Gesundheit und Bildung. Davon sind wir noch weit entfernt“, berichtet Moanda. „Im Kongo schließt z.B. nur jedes vierte Kind die Schule ab weil sich die Eltern das Schulgeld nicht leisten können. Statt in die Zukunft unserer Kinder und damit unseres Landes zu investieren, müssen die Kinder im Haushalt und bei der Feldarbeit mitarbeiten“, fährt sie nachdenklich fort. „Obwohl mein Mann und ich Vollzeit arbeiten machen wir uns Sorgen darum, wie wir unseren drei Kindern eine gute Schulbildung ermöglichen können. Das beschäftigt mich ganz persönlich sehr.“

In ihren Vorträgen in OÖ berichtet Astrid Moanda v.a. von den schwierigen Lebensbedingungen von behinderten Menschen im Kongo und von ihren Schützlingen im Operationsprojekt der Caritas Kinshasa. „Mein Eindruck ist, wenn ich hier mit den Menschen rede, dass behinderte Menschen einen Wert haben, das man sie schätzt und sie fördern möchte. Wenn eine Frau im Kongo ein behindertes Kind bekommt, dann versteckt die Familie es oder es wird gar verstoßen. Man respektiert das Leben nicht so, wie man das in Österreich tut“. 476 Kinder mit einer körperlichen, auditiven oder visuellen Behinderung konnten dank Spenden aus OÖ im vergangenen Jahr operiert werden und haben an einer Therapie teilgenommen. Viele können damit wieder ein weitgehend normales Leben führen und z.B. zur Schule gehen. „Durch meine Arbeit habe ich gelernt, mutig zu sein. Den besonders verletzlichen Kindern eine Stimme zu geben und gegenüber politisch Verantwortlichen für sie Partei zu ergreifen“, so die engagierte Caritas-Mitarbeiterin. „Das habe ich in den vergangenen 16 Jahren bei der Caritas gelernt. Davor hatte ich ehrlich gesagt auch wenig Ahnung davon, wie man behinderte Menschen unterstützen und fördern kann. Es bereitet mir Kopfzerbrechen, dass wir ihnen nicht die Betreuung bieten können, die sie für ein menschenwürdiges Leben brauchen“, fügt sie nachdenklich hinzu.

Besonders beindruckt war Astrid Moanda von der Aktion „72 Stunden ohne Kompromiss“. 14 SchülerInnen des Linzer Petrinum haben für „ihr“ Projekt eine Straßenaktion auf der Landstraße vorbereitet und durch eine „Coffee to help“-Aktion an einem Vormittag 520 Euro gesammelt. „Es berührt mich sehr zu sehen, wie junge Menschen in Österreich sich für bedürftige Kinder einsetzen, die tausende Kilometer entfernt von ihnen leben“, sagt sie. „Das schenkt mir die Zuversicht, dass sich aus bei uns im Kongo langsam – aber doch – etwas ändern wird, wenn wir auf unsere Jugend setzen und bei ihnen Bewusstsein für die Not und Hilfsbedürftigkeit für die Schwachen in unserer Gesellschaft schaffen. Diese Hoffnung nehme ich mit nach Hause in den Kongo!“

Während ihres Besuchs in OÖ hat Astrid Moanda in fünf Schulen, fünf Pfarren und bei einem Caritas-Patentreffen Vorträge und Workshops gehalten und dadurch 400 Menschen erreicht. 1.700 Euro Spendengelder wurden dabei für das Operationsprojekt für behinderte Kinder gesammelt.

  • Astrid Moanda mit SchülerInnen des Linzer Petrinum bei „72 Stunden ohne Kompromiss“

  • Astrid Moanda mit SchülerInnen des Linzer Petrinum bei „72 Stunden ohne Kompromiss“

  • Workshop im BG Braunau

  • Workshop im BG Braunau

  • Workshop im BG Braunau