Corona-Nothilfe in Serbien: Lebensmittel und Hygieneartikel für alte alleinstehende Menschen

In Serbien gilt seit 15.3. der Ausnahmezustand und die Grenzen sind geschlossen. Das bedeutet massive Einschränkungen.

So besteht ein Ausgangsverbot für die gesamte Bevölkerung von 17 bis 5 Uhr, Menschen über 65 dürfen ihre Wohnungen überhaupt nicht verlassen, bis auf Samstag vormittags um Lebensmittel in ihrer unmittelbaren Umgebung zu kaufen. Ab 15 Uhr herrscht an den Wochenenden eine allgemeine Ausgangssperre. Öffentliche Verkehrsmittel fahren nicht mehr. Alle Tageszentren für ältere Menschen, Kindergärten, Schulen und Universitäten sind geschlossen. Treffen von mehr als 2 Personen sind verboten. Wer sich den Vorgaben widersetzt hat mit Gefängnisstrafen von bis zu 3 Jahren zu rechnen.

Was sich besonders auf die Situation in Serbien auswirkt, sind die massiven Schließungen von Firmen, Hotels und Baustellen in Westeuropa, die den Maßnahmen in Serbien vorangegangen sind. Bis zum Tag der Grenzsperre in Ungarn am 18.3. sind zwischen 300.000 und 400.000 serbische StaatsbürgerInnen in ihre Heimat zurückgekehrt, die ihre Arbeit in der EU verloren haben. Großteils handelt es sich dabei um MitarbeiterInnen in Hotels, in Putzfirmen, auf Baustellen, auf Märkten, viele von ihnen in nicht legalen Dienstverhältnissen. Damit auch ohne weiteren Zugang zu Einkommen. Von ihrem Verdienst leben nicht nur die „GastarbeiterInnen“ selber, sondern auch ihre Familien in der Heimat sind oft darauf angewiesen. Durch den plötzlichen Verlust der Arbeit und die Rückkehr sind ganze Großfamilien ohne Einkommen. 

Was wir bereits jetzt sehen: durch Corona werden bestehende soziale Ungleichheiten verstärkt. Menschen, die nur schlecht ausgebildet sind und nur unregelmäßig Zugang zu Einkommen haben, sind jetzt komplett ohne Einkommen. Alte und kranke Menschen, die allein sind, sind komplett auf Hilfsleistungen angewiesen. 400.000 Menschen, die durch ihre Arbeit im Ausland ihre Familien erhalten haben, können das nicht weiter tun. Da sie oft schlecht ausgebildet sind und Hilfsarbeiterjobs oder schlecht bezahlte Arbeiten wie Reinigungsdienste im Ausland gemacht haben, sind auch ihre Chancen auf Einkommen im Heimatland gering. Dadurch sind viele Familien zusätzlich armutsgefährdet.

Verschärfend kommen soziale Spannungen und Diskriminierung vor allem von Mitgliedern der Roma Community dazu. Wenn auch im Sommer die Grenzsperrungen aufrecht bleiben und zum Beispiel auch Saisonarbeit am Meer als Option wegfällt, ist mit einem Hungerwinter zu rechnen. 

Man kann nur hoffen, dass das Wetter im Sommer so gut ist, dass die kleinen Hausgärten bewirtschaftet werden können und die Menschen auf diese Art für den Winter vorsorgen können. Für viele Familien könnte Subsistenzwirtschaft die einzige Wahl sein.

Die Caritas Subotica betreut jetzt verstärkt in ihrem Heimhilfeprogramm alte alleinstehende Menschen, die in absoluter Armut leben und sonst niemand haben. Mit Unterstützung aus Oberösterreich können so 600 alte Menschen mit Lebensmitteln und Hygieneartikeln versorgt werden. 

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