DR Kongo

Viktoria Krammer, 2008

Ich verbrachte 7 Monate (05/2008-12/2008)in Kinshasa, DRC, und arbeitete für das Projekt "Cafe Mozart" der Don Bosco Schwestern, ein Projekt welches durch die Caritas OÖ gefördert wird.


Meine Aufgabe war ein zweites Cafe in einem Einkaufszentrum in Kinshasa aufzubauen, um in Zukunft die wachsenden Kosten einer weiteren Klasse der Berufsschule für "Konditor-, Bäckerinnen und Restaurantkauffrau" zu decken. Als die zuständige Oberin Schwester Hildegard auf Heimaturlaub (3 Monate) nach Österreich flog, war ich zusätzlich noch für das bestehende Cafe Mozart sowie für die Schule und den Kiosk verantwortlich.


Die Arbeit machte Spaß, obwohl ich dabei sehr gefordert wurde, denn die Arbeitsmoral der Kongolesen war nicht zu vergleichen mit der europäischen oder asiatischen Arbeitsweise. Die Mitarbeiter brauchten genaue Arbeitsanweisungen sowie Kontrolle um zu gewährleisten, dass die Arbeit am Abend erledigt war. Die Mädchen (Schülerinnen) waren sehr lernwillig und hilfsbereit. Leider hatte ich auch mit Strom- und Wasserausfällen, sowie mit kaputten Duschen, Schlössern und Maschinen zu kämpfen. Ersatzteile waren teilweise sehr schwer zu bekommen und oft nur von minderer Qualität. Das erforderte Improvisation und Kreativität. Am meisten machte mir die große Verantwortung, die ich für das Projekt trug, zu schaffen. Ich war 24 Stunden, 7 Tage die Woche verantwortlich und für den fast durchgehenden Betrieb (in der Backstube wurde auch in der Nacht gearbeitet) immer Ansprechperson für Probleme, egal ob 2 Uhr in der Früh oder 12 Uhr mittags.


Es war mein erster Aufenthalt im "Zentrum Afrika" und ich würde diese Herausforderung wieder annehmen. Die Leute (Kongolesen) strahlen trotz teilweiser widrigsten Bedingungen so eine Lebensfreue aus und sind freundlich, im Vergleich zu Europa/Österreich, wo der Wohlstand teilweise schon in Vergessenheit geraten ist.


Diese Erfahrung zeigte mir meine persönlichen Grenzen (Stress, Armut, Krankheit, andere Kultur), aber auch welche Freude kleine Dinge im Leben bringen können und wie wenig ein Mensch eigentlich braucht, um glücklich zu sein.