Essen macht groß und stark - DR Kongo

Foto: Länderreferentin Andrea Fellner mit dem vierjährigen Petit-Jean

 

Petit-Jean hatte Glück im Unglück. Hungrig und ausgemergelt wurde er als Zweijähriger von seiner verzweifelten Mutter im Gesundheitszentrum in N’sele, in der Nähe der Zehn-Millionen-Hauptstadt Kinshasa, zurück gelassen. Völlig geschwächt konnte er sich kaum auf den Beinen halten. Zwei Monate lange päppelten die Krankenschwestern den kleinen Petit-Jean auf. Nun hat er das Schlimmste überstanden, läuft aufgeweckt herum und kann wieder lachen.

1.700 unterernährte Babys und Kinder im Alter von 0 bis 5 Jahre werden jährlich in drei Gesundheitszentren in Vororten von Kinshasa "aufgepäppelt". Die Kleinen erhalten einen Brei aus Öl, Zucker, Erdnüssen und Soja, der ihnen alle drei Stunden verabreicht wird. Bis zu drei Wochen werden die Kinder stationär behandelt. Danach erfolgt die ambulante Nachbetreuung - die Mütter kommen dann einmal in der Woche mit ihren Kindern zur Gewichtskontrolle.

Besonders wichtig ist den Krankenschwestern die Aufklärungsarbeit in den Familien: In den Gesundheitszentren halten sie Vorträge für Eltern um Bewusstsein dafür zu schaffen, wie sie ihren Nachwuchs ausgewogen ernähren können, damit Kinder wie Jean gesund und fröhlich den Alltag bewältigen können. Sie unterstützen die Eltern auch beim Anlegen eines Gartens, um die Ernährung ihrer Kinder mit ihren bescheidenen Möglichkeiten bestmöglich zu sichern. Zusätzlich besuchen mobile Gesundheitsteams die Familien in abgelegenen Dörfern. Da es in zwei Gesundheitszentren bis 2012 kein sauberes Wasser und keine verlässliche Stromversorgung gab, wurde ein Trinkwasserbrunnen, der mit einer Solarpumpe ausgestattet ist, errichtet. Nun haben nicht nur die Patienten Zugang zu sauberem Wasser. Auch die Bevölkerung aus den umliegenden Dörfern, die oft von Magen-Darmerkrankungen geplagt wurde, die auf schmutziges Wasser zurück zu führen waren, profitiert vom Brunnen. Mit der Solarenergie können außerdem lebensrettende Medikamente und Blutkonserven kühl gelagert und Operationen müssen nicht länger mit Taschenlampen durchgeführt werden.

Mit 10 Euro erhält ein Kind Sojamilch, bis es mit Brei ernährt werden kann.

Mit 25 Euro kann ein Kind stationär betreut werden (ca. 2-3 Wochen)

Mit 30 Euro kann ein Kind gesund gepflegt werden (inkl. dreimonatiger Nachbetreuung)

  • Länderreferentin Andrea Fellner mit Kindern von der Ernährungsstation in N'sele

    Länderreferentin Andrea Fellner mit Kindern von der Ernährungsstation in N'sele

  • Der Brei wird angerichtet

    Der Brei wird angerichtet

  • Sr. Micheline teilt Brei in der Ernährungsstation N'sele aus

    Sr. Micheline teilt Brei in der Ernährungsstation N'sele aus

  • Afrikanische Kinder sitzen im Freien am Boden und essen.

  • Ein Krankenpfleger in Libondi mit einer Mutter und ihrem Kind

    Ein Krankenpfleger in Libondi mit einer Mutter und ihrem Kind

  • Mütter mit ihren Kindern bei der Mutter-Kind-Untersuchung

    Mütter mit ihren Kindern bei der Mutter-Kind-Untersuchung

  • Afrikanische Kinder sitzen im Freien am Boden und essen.

Not in der D.R. Kongo