„Zu wissen, es ist wer da, tut einfach gut“

Foto: Fröhliche Stimmung herrscht im gemütlichen Wohnzimmer von Familie Eidenberger aus Hirschbach: Die dreijährigen Zwillinge Mia und Lilli spielen mit ihren Brüdern Florian (4) und Jakob (7). Mitten drin ist Caritas-Familienhelferin Julia Stumbauer.

9 Monate nach der Geburt des 2. Sohnes erfuhren Doris und Michael Eidenberger, dass die Familie Zuwachs bekommen sollte. Zu Jakob (4) und Florian (1 1/2) sollten sich nun Zwillinge gesellen. Auf der Suche nach Unterstützung wandten sie sich an die Caritas-Familienhilfe. „Das war die beste Entscheidung“, sind sich die Eltern einig

Als Doris Eidenberger vor vier Jahren von ihrer Zwillingsschwangerschaft erfuhr, war ihr Jüngster gerade mal 9 Monate und ihr erster Gedanke: Wie soll das alles funktionieren? Ein Kindergartenkind, ein Kleinkind und nun Zwillingsbabys! Doris Eidenberger arbeitet als Physiotherapeutin, ihr Mann als Behinderternbetreuer und Landwirt.

„Als wir im Internet auf die Caritas-Familienhilfe gestoßen sind, ist uns ein Stein vom Herzen gefallen. Zu wissen, dass wir jederzeit Hilfe bekommen können, war ein beruhigendes Gefühl. So war ich während der Schwangerschaft gleich viel entspannter und habe in dieser Zeit die Hilfe auch nicht gebraucht, weil alles komplikationslos verlief“, erzählt Doris Eidenberger.

Bei der Geburt der Zwillinge war den Eltern das Zusammenfinden als sechsköpfige Familie wichtig, weshalb sie in den ersten Monaten keine Unterstützung nahmen. Zudem hatten die Eltern auch Bedenken: Wie integriert sich eine fremde Person in den Haushalt? Muss man ihr viel erklären? Wäre es also zusätzliche Arbeit, die auf sie zukommen würde? Wenn man in der Nacht keinen Schlaf findet – darf man sich dann tagsüber mal kurz hinlegen, obwohl die Familienhelferin daneben arbeitet? Jede Erziehung ist individuell – würde man „kontrolliert“ oder als Familie „beobachtet“?

Bedenken sofort verschwunden

„Als vier Monate nach der Geburt der Zwillinge die erste Familienhelferin ins Haus kam, waren sämtliche Bedenken sofort zerstreut“, lacht Doris Eidenberger. „Wir haben ja im Laufe der Zeit mehrere Caritas-Mitarbeiterinnen kennen gelernt – und jede war sofort völlig einsatzfähig. Es ist erstaunlich, dass sie sich in einer fremden Küche, in einem fremden Haushalt sofort auskennen. Am wichtigsten aber war mir, dass sie immer sofort einen Zugang zu den Kindern gefunden haben. Selbst die Schüchternheit der Zwillinge verflog immer total rasch.“

Zeit für jedes einzelne der Kinder

Zu Beginn waren die Caritas-Familienhelferinnen an vier Tagen pro Woche bei Familie Eidenberger, später an drei Tagen. „Zu wissen, es ist wer da, tat einfach gut“, resümieren Doris und Michael. „Es war natürlich die Hilfe im Haushalt und beim Kochen eine große Unterstützung, aber noch wichtiger war mir, dass somit mehr Zeit für jedes einzelne der Kinder war. Außerdem konnte mein Mann nun seiner Arbeit im Stall wieder in Ruhe nachgehen.“

Während die Familienhelferin mit dem Ältesten Puzzle spielte, konnte die Mutter die Kleinen in Ruhe füttern: „Ich erinnere mich z.B. auch an gemeinsame Radausflüge, die mein Mann Michi und ich – selten aber doch – mit den Zwillingen unternehmen konnten, während die Familienhelferin Jakob und Florian zu Hause beschäftigte. Das wäre ohne die Unterstützung niemals gegangen – und das hat uns gut getan. Oder wenn Michael arbeiten war und ich mit einem Kind zum Arzt musste, dann war jemand für die anderen Kinder da.“

Es sind die vielen Kleinigkeiten, die durch den Familienhilfe-Einsatz leichter werden wie in Ruhe den Wäscheberg erledigen oder Essen kochen. „Wir haben uns immer abgesprochen, wer was macht. Das war völlig komplikationslos. Weder mein Mann noch ich hatten jemals das Gefühl, dass ein „Fremdkörper“ in unserer Familie gewesen wäre“, sagt die 38-Jährige.

Überlastung bekommen als erstes Kinder zu spüren

Doris und Michael Eidenberger legen allen Familien – unabhängig wie viele Kinder sie haben - ans Herz, sich diese Unterstützung von der Caritas zu holen, bevor die Überlastung überhandnimmt: „Wenn man selbst am Limit ist, bekommen das auch die Kinder zu spüren, weil man ungeduldiger wird. Wenn man wieder erholt ist, geht alles gleich wieder viel leichter.“

Michael Eidenberger betont: „Uns war wirklich geholfen und ich wüsste nicht, wo wir heute sonst wären.“ Dem Vorurteil, dass es eine Schwäche sein könnte, sich Hilfe zu holen, können die beiden nichts abgewinnen. „Seine eigenen Grenzen zu kennen, ist für uns nicht unbedingt eine Schwäche“, betont das Ehepaar. „Wir sind auch gerne bereit, anderen Familien von unseren Erfahrungen zu erzählen, insbesondere wenn sie im Vorfeld Bedenken haben.“