Dreizehn Kinder – Ruhepausen adé

Seit Mai unterstützt Susanne Muggenhuber die Familie als Langzeithelferin. Vor drei Jahren entschied sich die 50-Jährige, noch einmal die Schulbank zu drücken. Den ersten Einsatz gleich in einer 14-köpfigen Familie zu haben, kam ihr gerade recht. „Mit 20 Jahren hätte ich es mir nicht vorstellen können – da brauchte ich das geordnete, strukturierte Büroleben. Aber heute ist dieser Beruf perfekt für mich. Ich wollte unbedingt etwas mit jungen Menschen machen – weil alt werde ich selber.“

 

Geplant war das umfangreiche Kinderglück nicht, passiert ist es aber doch. Barbara und Reinhold Gruber wurden mit 13 Kindern gesegnet. Sie empfinden jedes ihrer Kinder als ein besonderes Geschenk – aber leicht zu schaukeln ist es nicht, jedem Kind das zu geben, was es braucht. Die Familienhilfe der Caritas unterstützt sie dabei.

Über fast drei Jahrzehnte spannt sich der Kindersegen von Barbara Gruber. Nesthäckchen Hannah ist drei, während die älteste Tochter Christiane mit 28 Jahren bereits studiert. „Geplant waren 13 Kinder nicht, aber es hat sich so ergeben – es kam eines nach dem anderen“, schmunzelt die 50-jährige Mama. Selbst mit vier Geschwistern aufgewachsen, konnte sie sich immer schon fünf eigene Kinder vorstellen. Für Papa Reinhold war das Kinderglück etwas Neues. Er wuchs „nur“ mit zwei Geschwistern auf. Pausen sind seitdem zum Fremdwort geworden. „Wenn man will, dass das ganze läuft, dann muss man immer dahinter sein. Das ist die größte Herausforderung – ständig ist irgendetwas“, weiß Mama Barbara. „Dass ich mal sage: ‚Die Arbeit ist gemacht, jetzt setze ich mich fünf Minuten hin‘, das gibt es nicht.“
24 Jahre lang bewältigte sie den Alltag gemeinsam mit ihrem Mann. Nur in Notfällen griff sie auf ihre Eltern zurück. Doch als Hannah per Kaiserschnitt zur Welt kam, brauchte sie dringend Hilfe. „Ich habe bei der Caritas-Familienhilfe angerufen. Während ich noch im Krankenhaus war, kam eine Familienhelferin und übernahm meine Aufgaben zu Hause“, erinnert sie sich. Zu Beginn war die Hilfe täglich im Haus, mittlerweile kommt sie drei Mal pro Woche. „Heute frage ich mich oft, warum ich nicht schon früher diese riesengroße Hilfe in Anspruch genommen habe“, sagt sie. „Auch mit weniger Kindern wächst die Verantwortung und die Arbeit einem mal über den Kopf. Sich rechtzeitig Hilfe zu holen stabilisiert das Familiensystem enorm – und dann schafft man es wieder viel leichter. Jetzt ist auch Zeit zum Kuscheln, zum Spielen – es ist einfach mehr Zeit für jedes einzelne Kind.“