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Ein kleinen Mädchen sitzt in einem Haufen mit Plastikbällen und spielt damit.

Was bedeutet "Kybernetische Methode"?

Der Begriff Kybernetik leitet sich von dem griechischen Wort kybernetes ab. Das bedeutet "Steuermann" eines Schiffes. Kinder können im Umgang mit ihrem Körper, aber auch beim Lernen, ihr eigener "Steuermann" werden: zielstrebig ihr Handeln und Lernen selbst lenken. Dazu leitet sie die Kybernetische Methode an. Ausgangspunkt der Kybernetischen Methode ist die Förderung von Wahrnehmung und Bewegung als wichtige Basisfähigkeiten für schulisches Lernen. Anhand spezieller Übungsformen verbessern die Kinder ihre Wahrnehmung und lernen, ihre Hand-und Mundbewegungen bewusst zu steuern. Mit der Kybernetischen Methode werden so zentrale Bereiche des Gehirns trainiert, die für das weitere Lernen Schlüsselfunktion haben.

Anwendungsbereiche

Mit spielerischen Mund-und Handaktivitäten werden Sprache und Ausdrucksvermögen der Kinder gefördert. Lese-, Schreib- und Rechenferigkeiten werden vorbereitet, und ganz nebenbei wird ihre Fähigkeit zur Aufmerksamkeit trainiert.

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Schulkindern, deren Wahrnehmungs- und Bewegungskompetenz noch nicht ausreichend entwickelt ist, bietet die Kybernetische Methode die Möglichkeit, ihre Defizite rasch abzubauen und wichtige Basisfähigkeiten nachzuentwickeln. Dies geschieht ganz gezielt und direkt beim Erlernen des Lesens, des Rechschreibens und des Rechnens. In allen Übungsformen erkennen die Kinder stets bereits diese drei für sie wichtigen Ziele.- Ein isoliertes Üben von Teilleistungen ist dabei kaum erforderlich. Teilleistungen werden stets zügig miteinander vernetzt zu komplexen Leistungen Lesen, Rechtschreiben und Rechnen zusammengesetzt.

Schwerpunkte in den Bereichen Legasthenie/ Lese-Rechtschreibschwäche (LRS) sind:

  • die Erarbeitung der Einzellaute mit allen Sinnen: über das Hören, das Sehen, das Fühlen und das Sprechen. Dabei lernt das Kind sowohl Laute differenziert zu hören (phonologische Bewußtheit) als auch seine Mundbewegungen bewusst wahrzunehmen und zu steuern (artikulatorische Bewusstheit);
  • das Erlernen des Lesens, des Schreibens und der Rechtschreibung mit Mundbildern und besonderen kybernetischen Übungsformen wie etwa Dehnsprechen und Dehnschreiben. Das heißt, das Kind führt beim Lesen und Schreiben überdeutliche Mundbewegungen aus. Es lernt dabei, die Laute eines Wortes über Mundbilder einzelnen Buchstaben oder Buchstabengruppen zuzuordnen und findet so einen guten Einstieg in die Orthografie;
  • das kybernetische Diktattraining führt die Kinder dahin, dass sie erkennen und sich gut merken können, inwiefern die Schreibweise von Wörtern bestimmte Besonderheiten aufweisen. Das gezielte und geordnete Speichern von Rechtschreibbesonderheiten wird langsam eingeübt und geht schließlich in ein immer schnelleres, unmittelbares Abrufen über: Das Wort "Tasse" schreibt man groß und mit zwei "s". Das Wörtchen "sonst" dagegen schreibt man ganz normal, d.h. eigentlich so, wie man es auch spricht, also lautgetreu.
  • das kybernetische Lesetraining führt zielstrebig zum Aufbau eines sog. Sichtwortschatzes: Der routinierte Leser sieht viele ihm bekannte Wörter und erkennt sie auf einen einzelnen Blick wieder. Er weiß auch sofort, was sie bedeuten.
    Leseanfängern, insbesondere solche mit Lese-Rechtschreibschwierigkeiten, fällt es oft schwer, einen solchen Sichtwortschatz aufzubauen. Mühsam lauten sie oft für sie viel zu lange Texte zusammen.
    Das kybernetische Lesetraining zeigt ihnen, wie sie dahin kommen können, richtigflüssig und gut betont zu lesen. So wächst ihr Sichtwortschatz Tag für Tag.

Das Besondere der Kybernetischen Methode ist die Verknüpfung von Wahrnehmungs-, Bewegungs- und Aufmerksmkeitsentwicklung mit dem Aufbau von Rechenfähigkeiten.

Schwerpunkte im Bereich Rechnen sind

  • die Erarbeitung des Zahlenbegriffs
  • der Aufbau von Mengenvorstellungen und Ordnungszahlen
  • das Erlernen der Grundrechenarten: Addition, Subtraktion, Multiplikation, Divison
  • das Training von Textaufgaben

Die Erarbeitung des Zahlenbegriffs hat das Zählen zu Grundlage. Es wird vorwärts- und rückwärts gezählt, es werden Mengen erfasst und Ordnungszahlen dargestellt. Das alles geschieht zunächst einfach mit Hilfe der Finger, dann aber auch unter Einsatz von Stäbchen, Stäbchenbündeln und Zahlenstrahl.

Die Kinder lernen Zahlen in den verschiedenen Zahlenräumen, etwa 10, bis 20 oder bis 100 und 1000, mit einer Kombination aus Fingern, Stäbchen und Stäbchenbündeln zu erfassen. Die Erfahrung zeigt: Eine solche Darstellung von Zahlen und Mengen führt ganz von selbst vom Zählen zum Mengenerfassen und zum Begreifen des Dezimalsystems.

Erst wenn das Kind die verschiedenen Zahlenräume auf diese Weise gründlich verstanden hat, wird das gesprochene Zahlwort mit symbolischen Ziffernschreibweise verknüpft. Ein solches Zähltraining schafft auch eine fließenden Übergang zum Verständnis der Grundrechenarten.

Das intensive Training der Grundrechenarten wiederum bildet die Basis für das Lösen von Textaufgaben.

Erkenntnisse aus der Entwicklungspsychologie weisen darauf hin, dass Kinder bei praktischen Tätigkeiten länger aufmerksam bleiben können als beim reinen Zuhören oder Zusehen. In der Kybernetischen Methode werden daher viele Aktivitäten auf der Handlungsebene abgeboten. Sie fördern nicht nur das Lesen, Schreiben und Rechnen, sondern trainieren gleichzeitig die Konzentrationsfähigkeit der Kinder. Schwerpunkte werden dabei auf die Entwicklung des Hand- und Fingergeschicks und die bewusste Steuerung von Sprechbewegungen gesetzt. Über den Weg der handelnden Aufmerksamkeit entwickeln die Kinder die Fähigkeit, auch über die Fernsinne (Hören und Sehen) aufmerksam bleiben zu können.

Weitergehende Informationen finden Sie auf www.kybernetische-methode.de und www.kindergartenfibel.de