Langzeithelferin der Mobilen Familiendienste im Einsatz in St. Pius

    12.06.20

    Christine Gruber ist diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin und seit zwei Jahren im Bezirk Ried im Innkreis in den Mobilen Familiendiensten in der Langzeithilfe im Einsatz. Vorher war sie fünf Jahre im Krankenhaus tätig. „Ich spürte, dass es Zeit war, mich zu verändern. Zwei meiner Freundinnen hatten in schwierigen Lebensphasen Unterstützung durch die Mobilen Familiendienste der Caritas. Ich bekam mit, wie wertvoll diese Unterstützung ist und dachte: das will ich machen, und so kam ich zu meinem neuen Beruf.“

    Christine Gruber begleitete in den letzten zwei Jahren meist drei Familien in der Langzeithilfe. Mit ihrer Anstellung von 20 Stunden, war die Betreuung ihrer beiden Söhne im Alter von 11 und 16 Jahren gut möglich. Als Mitte März Corona Österreich lahmlegte, mussten auf Anweisung der Behörden auch die Einsätze in den Mobilen Familiendiensten auf Notfälle beschränkt werden. „Die Lebensumstände in den Familien veränderten sich, weil z.B. der Familienvater zu Hause war. Meine Einsätze waren damit keine Notfälle. Auch mein Mann kam in Kurzarbeit – und als ich von meiner Teamleitung die Anfrage bekam, ob ich in dieser Zeit in St. Pius als Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin arbeiten wolle, sagte ich gleich zu. Ich habe mich wirklich darauf gefreut“

    Seither ist sie meist zwei Tage in der Woche – hauptsächlich an Wochenenden und Feiertagen – in der Caritas-Einrichtung St. Pius in 10-Stunden-Diensten im Einsatz. „Das kommt mir sehr entgegen, weil ich doch eine längere Anfahrt habe als sonst.“ Sie betreut hier fünf ältere Menschen. „Ich wurde sehr offen vom Team empfangen. Nachdem ich 20 Jahre in der Pflege gearbeitet habe, ist die Arbeit für mich nichts Neues. Pflege verlernt man nicht. Meine Dienste gehen immer von 8 bis 19 Uhr mit einer Stunde Mittagspause. In der Früh beginnen wir mit der Körperpflege. Anschließend bereiten wir das Frühstück im Wohnbereich zu und helfen bei der Einnahme.“ Die Medikamentenversorgung gehört genauso zu Christine Grubers Aufgaben wie die Beschäftigung. Da werden je nach Können, Lust und Laune Gesellschaftsspiele gespielt, Lieder gesungen, Bücher durchgeblättert oder Lego gespielt. Abends werden die betreuten Menschen wieder zu Bett gebracht. „Ich mag die Leute wirklich gerne. Mit der Zeit wurde ein großes Vertrauen aufgebaut. Es ist wirklich schön, wenn man merkt, sie freuen sich, wenn man kommt.“