Betreuuen und Pflegen

„Zeit für Menschen“

Team des Besuchsdienstes Bad Ischl mit Elisabeth Kienesberger (vorne links)

Es ist Advent – die angeblich stillste Zeit im Jahr! Sieht man die gestressten Gesichter, das hektische Treiben und die endlos langen Autoschlangen, merkt man nichts von Stille.

Die Menschen sind auf der Suche nach Ruhe, adventlicher Stimmung, vielleicht auch nach Frieden. Können sie dies wahrnehmen, wenn sie zu einem Weihnachtsmarkt nach dem anderen hetzen? Oder braucht es etwas ganz anderes?

Manchmal tut es einfach gut in die Natur zu gehen, sich mit netten Freunden zu treffen oder von sich aus Zeit zu schenken. Eventuell auch eine fremde Person zu besuchen und sich auf eine interessante Begegnung einzulassen.

„Sich für andere Menschen einsetzen, heißt Zeit schenken. Es heißt aber auch beschenkt zu werden: mit Begegnungen und wertvollen Erfahrungen.“

Das ist das Motto des Caritas-Besuchsdienstes. Auch in Bad Ischl wird in Zusammenarbeit mit der Katholischen Pfarre dieser Dienst seit mittlerweile 10 Jahren angeboten.

Die meisten älteren Menschen verbringen den Lebensabend in ihrem eigenen Zuhause. Viele wohnen alleine. Einsamkeit und soziale Isolation ist für sie oft ein großes Problem.

Mit dem Caritas-Besuchsdienst möchten wir ein wenig „Sonne“ und Leben in den Alltag älterer Menschen bringen – sei es durch gemeinsame Gespräche, Spiele, Spaziergänge, Einkaufsfahrten oder kleinere Unternehmungen, wie z.B. Kaffeehausbesuche.

Der Besuchsdienst ist für beide Seiten ein Gewinn: an sozialen Kontakten, Lebensfreude und Menschlichkeit.

Mehrere Frauen und Männer aus Bad Ischl besuchen regelmäßig ältere, einsame Menschen in den eigenen vier Wänden. Auch sie haben bestätigt, dass es für sie ein Gewinn ist.

Nach ihrer Motivation gefragt, bekamen wir folgende Statements: 

Ich besuche zwei ältere Damen, je einmal wöchentlich. Dabei merke ich, dass es für sie der Lichtblick der Woche ist, wenn ich komme. Eine der Damen wartet schon immer am Fenster, winkt und freut sich.“

„Zum Teil sind die älteren Menschen doch deprimiert und da ist es schön zu sehen, dass ich ihnen eine Freude gemacht habe. Ich gehe dann jedes Mal sehr froh und zufrieden wieder weg. Es ist ein gegenseitiges Schenken – ich schenke ihnen Zeit, und sie schenken mir Freude. Das empfinde ich als wohltuend.“

 „Das Gebraucht- Werden ist ein schönes Gefühl. Ich gehöre wieder dazu und kann so gut es geht helfen. In meinem Beruf habe ich schon früher gesehen, dass die Einsamkeit der Menschen ein großes Problem ist, weil es die Großfamilie nicht mehr gibt. Nun aber habe ich die Zeit, die in der professionellen Pflege leider oftmals fehlt. Das Zeit schenken ist für mich selbst auch eine sehr große Bereicherung.“

Austausch in der Gruppe und Anerkennung ist ein wichtiger Teil unseres Angebotes. Öfters werden auch diverse Schulungen für unsere freiwilligen MitarbeiterInnen organisiert.  In regelmäßigen Abständen treffen sich die freiwilligen HelferInnen zu einem gemütlichen Beisammensein.

Eine solche Aktivität war in der vergangenen Woche unsere gemeinsame Adventfeier. Dabei wurde dem Team für das großartige freiwillige Engagement gedankt.

Weitere interessierte Personen, die ebenfalls gerne Zeit schenken möchten sind uns jederzeit willkommen.

 

Elisabeth Kienesberger, Gebietsleiterin Mobile Dienste