Bewohnerin von Caritas-Seniorenwohnhaus feiert 105. Geburtstag

Foto v.l.: Rosina Tiefenthaler, Stefanie Kürner und Caritas-Mitarbeiterin Branka Vujic


Viel Bewegung und nicht wehleidig sein, auch wenn man Schmerzen hat: Das ist der Geheimtipp für ein hohes Alter von Stefanie Kürner vom Caritas-Seniorenwohnhaus Karl Borromäus in Linz. Die rüstige Dame, die in St. Peter am Wimberg geboren und aufgewachsen ist, muss es wissen: Schließlich wird sie am 7. Dezember 105 Jahre alt. „Ich bin zufrieden mit mir und was ich geleistet habe“, lautet ihr Resümee zum Geburtstag.

Zeit Ihres Lebens hat Stefanie Kürner Kinder betreut – in privaten Haushalten oder auch im Gewerkschaftsheim in Bad Aussee. Viele „ihrer Kinder“ sind heute selbst schon über 70 Jahre alt, kommen sie aber trotzdem regelmäßig besuchen. Relativ spät, im Alter von 50 Jahren, heiratete sie: „Und ich habe noch 30 glückliche Ehejahre erlebt, in denen wir viel gereist sind.“ Im Alter von 97 Jahren gab Stefanie Kürner ihre eigenen vier Wände auf und zog zunächst ins Betreubare Wohnen der Caritas in Linz. „Vor eineinhalb Jahren bin ich dann ins Seniorenwohnhaus umgezogen. Es war eine große Umstellung, aber die Schwestern haben sich bemüht und ich habe mich gut eingelebt“, sagt Stefanie Kürner. Neben den Caritas-MitarbeiterInnen trägt auch Zimmernachbarin Rosina Tiefenthaler (96) dazu bei, dass sich Stefanie Kürner rund um wohlfühlt. Rosina ist mittlerweile ihre beste Freundin, mit der sie täglich frühstückt, den Nachmittagskaffee einnimmt und spazieren geht.

Zeit ihres Lebens war Stefanie Kürner ein gepflegtes Erscheinungsbild wichtig. Deshalb lässt sie auch heute noch „ihre“ Friseurin ins Haus kommen und legt Wert auf Pediküre. „Frau Kürner macht sich ihre Termine alle selber aus. Bei ihr ist eigentlich täglich wer zu Gast. Nichten, Neffen und Bekannte kommen auch oft vorbei“, erzählt Caritas-Mitarbeiterin Branka Vujic. Obwohl das Augenlicht immer mehr nachlässt, liest die 105-Jährige mit Hilfe einer speziellen Lupe nach wie vor die Zeitung und „hört“ Fernsehen, um über das Tagesgeschehen informiert zu sein. Zur heutigen „Jugend“ hat sie somit auch ein klares Statement: „Sie sollen nicht radikal werden. Nur Radikalität führt zu Kriegen.“ Was sich für sie rückblickend in den 105 Jahren am meisten in der Gesellschaft verändert hat, sind die zwischenmenschlichen Beziehungen: „Der Zusammenhalt ist nicht mehr so stark. Früher hat es mehr Harmonie gegeben. Ich bin mit sechs Geschwistern aufgewachsen. Wir haben natürlich auch gestritten, aber wir haben uns auch wieder versöhnt. Heute hat niemand mehr Zeit und alles muss schnell gehen. Das ist nicht gut für die Kinder. Kinder wollen erzählen, wenn sie von der Schule heimkommen. Das können sie heute oft nicht, weil niemand da ist.“