„Ohne Schnecki kann ich nicht sein“

Ein Bewohner des Seniorenwohnhauses streichelt eine Katze.

Ein Umzug ins Seniorenwohnhaus ist mit vielen Veränderungen verbunden. Das Haustier mitnehmen? – Oft tabu. In Schloss Hall wurde dem 65-jährigen Rolf Farnbacher trotzdem sein Herzenswunsch erfüllt. Seine Katze Schnecki darf bei ihm leben.

Rolf Farnbacher hatte es nicht leicht im Leben. Als Kleinkind erkrankte er an Kinderlähmung, mit weitreichenden Folgen. Langsam musste er lernen, mit Krücken zu laufen. Er bewältigte den Alltag unterstützt durch seine Eltern, nach deren Tod durch seinen Bruder. Die Krücken musste er 1986 durch einen Rollstuhl tauschen. Seit einem Schlaganfall ist seine rechte Seite gelähmt.

Kraft schöpfte der Gallspacher aus seinen Katzen. Tierlieb wie er ist, gab es für ihn keine Zeit ohne die vierbeinigen Freunde. 13 Katzen hatte er insgesamt. Ein Foto einer Katzenmama mit vier Babys trägt er noch immer bei sich. Eines der getigerten Babys liegt ihm besonders am Herzen. „Das ist Schnecki“, sagt er liebevoll. Auf dem Foto noch fast frisch geboren, ist Schnecki heute elf Jahre alt und Rolf Farnbachers liebster Mitbewohner im Seniorenwohnhaus. „Schnecki bedeutet mir einfach alles – ohne sie kann ich nicht sein.“

Dass der 65-Jährige gemeinsam mit Schnecki ins Seniorenwohnhaus einziehen konnte, verdankt er dem „Team Happy“. Das Team kümmert sich um den Wohnbereich SHG+. Hier werden Menschen aufgenommen, die aufgrund ihrer Beeinträchtigung nicht mehr zu Hause wohnen können, aber in einem regulären Altenheim keine Aufnahme finden würden - wegen ihrer Beeinträchtigung oder schlicht weil sie noch „zu jung“ sind.

Das Team möchte den BewohnerInnen ihre Herzenswünsche erfüllen – und so übernehmen sie z.B. die Pflege von Schnecki, weil Rolf Farnbacher dies nicht mehr selbst bewältigen könnte. Sie füttern und bürsten die Katze, und auch das Katzenklo wird ausgemistet. Als Dank erwartet Schnecki „ihr Personal“ immer schon schnurrend an der Tür.