Afrikanisches Kind mit Trinkwasserflasche

Augustsammlung 2018

Für eine Zukunft ohne Hunger

jetzt > nie

Jeden Tag kämpfen Millionen Mütter und Väter weltweit darum, dass ihre Kinder nicht hungrig einschlafen müssen. Jeden Tag gehen Millionen Menschen hungrig ins Bett, obwohl wir auf der Erde mehr als genug Nahrung produzieren, um alle satt zu machen. Weltweit leiden 815 Millionen Menschen an chronischem Hunger. Weil sie fast ausschließlich Nahrungsmittel wie Mais, Maniok und Reis essen, aber viel zu wenig Obst, Gemüse und tierische Nahrungsmittel, fehlt es den Betroffenen an essentiellen Mikronährstoffen. Diese Mangelernährung macht krank und beraubt viele Menschen einer selbstbestimmten Zukunft. Diese Menschen brauchen jetzt unsere Hilfe!

Jedes dritte Kind in Afrika ist unterernährt

Besonders von Hunger betroffen sind Kinder. In Afrika ist jedes dritte Kind chronisch unterernährt. Diese Kinder sind zu klein für ihr Alter, ihre Organe wachsen nicht, sie können sich körperlich und geistig nicht altersgemäß entwickeln. Wer permanent Hunger hat, wird öfter krank, kann in der Schule nicht lernen und hat keine Kraft. Unterernährung schwächt Kinder oft so stark, dass eine harmlose Durchfallerkrankung zu einer lebensbedrohlichen Gefahr wird.

Hunger ist kein Naturgesetz

Klimawandel, Naturkatastrophen, bewaffnete Konflikte und Kriege, Armut, die Zerstörung der afrikanischen Landwirtschaft durch EU-Dumpingpreise für nach Afrika exportierte Produkte und die Ausbeutung der Umwelt sind Hauptursachen des Hungers. Wenn diese Faktoren zusammentreffen und keine oder nicht ausreichend Hilfe geleistet werden kann, droht eine Hungersnot.

Hunger und Mangelernährung zu beseitigen, ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Es ist untragbar und entwürdigend, dass noch immer Hunderte Millionen Menschen an Hunger leiden.
Doch die gute Nachricht lautet: Gemeinsam können wir die Welt vom Hunger befreien. Wir müssen nur damit aufhören, den Hunger als gegeben hinzunehmen. Den Hunger zu besiegen ist keine Frage des Könnens, sondern eine Frage des Wollens. Wir müssen jetzt handeln!

Unser Ziel: 150.000 Kinder vor dem Hunger zu bewahren

Mit der Unterstützung der Spenderinnen und Spender hat es sich die Caritas im Sommer 2018 zum Ziel gesetzt, 150.000 Kinder in 11 Ländern Afrikas und Asiens vor den Langzeitfolgen von Hunger und Unterernährung zu bewahren.

In der Nothilfe werden Menschen so rasch wie möglich mit Trinkwasser und Nahrungsmitteln versorgt. Unterernährte Kinder und alte Menschen bekommen Zusatznahrung, damit ihre geschwächten Körper besser gegen Krankheiten gewappnet sind. Gleichzeitig arbeitet die Caritas mit Ihrer Unterstützung in derzeit 50 Projekten an der langfristigen Bekämpfung des Hungers. Betroffenen werden dabei unterstützt, wieder für sich selbst sorgen zu können. Kleinbäuerinnen und -bauern erhalten Saatgut, Geräte und Nutztiere und werden in Anbaumethoden, zu Lagerung und Vermarktung geschult.

Burundi

In Burundi leidet jedes zweite Kind unter den Folgen von Unter- und Mangelernährung. Das kleine Land im Herzen Afrikas ist einer der ärmsten Staaten der Welt. 90 Prozent der Menschen leben als Selbstversorger. Frauen dominieren die Landwirtschaft, doch die Felder sind nicht produktiv genug, um ihre Familien zu versorgen.
In Burundi hilft die Caritas mit folgenden Maßnahmen: In Muramvya erhalten 3.200 Familien verbessertes Saatgut, Schweine und Ziegen sowie Trainings in nachhaltiger Landwirtschaft. Die BäuerInnen werden bei der Verarbeitung und Vermarktung ihrer Produkte gestärkt, Selbsthilfe-Spargruppen tragen zur langfristigen Erhöhung des Familieneinkommens bei und die Förderung und der Bau von Energiesparöfen verringern den Ressourcenverbrauch der Haushalte. In Ernährungszentren finden Familien Hilfe für ihre unterernährten Kinder. Zusätzlich verteilt die Caritas im Rahmen des „Schenken mit Sinn“-Programms Ziegen an arme Familien, alleinstehende Frauen, Witwen und Pflegefamilien. Das erstgeborene weibliche Kitz wird an eine Frau der anderen Ethnie weitergegeben, um die Versöhnung zwischen den Volksgruppen zu fördern.

DR Kongo

In der Demokratischen Republik Kongo sind 70 Prozent der Bevölkerung, das sind 60 Millionen Menschen, unter- oder mangelernährt. Die Caritas OÖ unterstützt dort seit Jahren Projekte, um die Ernährung der Menschen zu sichern.
Neben Ernährungsstationen werden vor allem Projekte in den Bereichen Landwirtschaft und Brunnenbau sowie Bildung unterstützt um die Ernährungssituation der Menschen langfristig zu verbessern. In den Landwirtschaftsprojekten erhalten KleinbäuerInnen Saatgut, Werkzeug und Nutztiere. Gleichzeitig wird ihnen das nötige Know-How vermittelt, wie sie ihre Produktion steigern können. Familien wird das Schulgeld finanziert, damit ihre Kinder die Schule besuchen können und für Jugendliche werden Berufsausbildungen angeboten.

 

Hilfspakete:

7 Euro sichern die Ernährung eines Kindes einen Monat lang

Mit 25 Euro erhält eine Familie Setzlinge und Samen für einen Obst- und Gemüsegarten

41 Euro kostet eine Ziege, die das Auskommen einer ganzen Familie sichert.

Endlich satt und gesund

In Caritas-Ernährungszentren in der DR Kongo, Burkina Faso, Burundi, Südsudan und vielen anderen Ländern in Afrika werden unterernährte Babys und Kleinkinder oft in der letzten Minute gerettet.

Der kleine Oumarou lacht, als ihn Madame Gisèle abwiegt. Es macht ihm nichts aus, im Wiegesack in der Luft zu hängen. Schließlich wird er im Caritas-Ernährungszentrum jeden Tag gewogen. Oumarou ist sieben Monate alt und wiegt knapp fünf Kilo. Gemeinsam mit anderen Babys und Kleinkindern wird er hier aufgepäppelt. Jeden Tag hat er ein paar Gramm mehr. Frauen mit schwer unterernährten Kindern können bis zu einem Monat in den Ernährungszentren der Caritas bleiben. In leichteren Fällen erhalten die Mütter für ihre Kleinen Zusatznahrung. Weil in entlegenen Dörfern viele die Caritas-Zentren noch nicht kennen, fahren MitarbeiterInnen regelmäßig hinaus, um über das Angebot zu informieren. Eine Hilfe, die viele Kinderleben rettet.

Sauberes Wasser rettet Leben

Im Kongo stirbt jedes 10. Kind infolge einer Erkrankung, die auf verschmutztes Wasser zurückzuführen ist.

Die 10-jährige Akia besucht die erste Schulklasse. Bevor in ihrem Dorf eine Wasserpumpe gebaut wurde, konnte sie nicht in die Schule gehen. Mehr als drei Stunden am Tag verbrachte sie alleine damit, Wasser aus dem 3 Kilometer entfernten Fluss zu holen. Seit es mitten im Dorf sauberes Wasser gibt, ist das Wasserholen in 15 Minuten erledigt. Die Versorgung mit sauberem Trinkwasser hat weitreichende Auswirkungen auf Gesundheit, Ernährung und Bildung der Menschen. Nun haben Akio und andere Mädchen endlich Zeit schreiben und lesen zu lernen und können dadurch vielleicht einen Beruf ergreifen, der ihnen ein selbständiges Leben in der Zukunft ermöglicht.

Saatgut und Ziegen gegen Hunger

Die Caritas unterstützt 1.000 Bauernfamilien in der Region Luozi in der DR Kongo bei der Bewirtschaftung des Landes und durch Viehzucht.

Nzambi Muzolakwa, 38 Jahre, konnte mit Hilfe der Caritas im letzten Jahr eine Ziegenzucht starten. „Man hat mir gezeigt, wie ich einen richtigen Stall baue, wie man Zucht richtig betreibt, die Tiere versorgt und auch, wie ich den Dung als Düngemittel auf meinen Feldern verwenden kann. Nun können meine Kinder regelmäßig Fleisch essen. Mit dem Geld aus dem Verkauf von Fleisch kann ich das Schulgeld meiner Kinder bezahlen“, erzählt Nzambi. Die TeilnehmerInnen des Tierzucht-Projektes erhalten nicht nur Nutztiere, sondern auch Schulungen zur Tierhaltung und Saatgut und Werkzeug für ihre Felder.

So sieht unsere Hilfe in der DR Kongo aus

In einer Ernährungsstation in Kinshasa wird ein Kind bei der ambulanten Nachbetreuung gewogen. Eine Kleinbäuerin in Luozi erzählt uns stolz über ihre ersten angepflanzten Bananenpalmen. Und im Armenviertel Chad verhelfen Wasserpumpen und Enten den BewohnerInnen zu einem besseren Leben. Hier können Sie sich mit Videos und Bildern durch unsere Projekte scrollen.