Elisabethsammlung 2020

Jeder Euro = Hilfe gegen Armut


Im November sammelt die Caritas wieder für armutsbetroffene und obdachlose Menschen in Oberösterreich. Diesen Menschen in ihrer Notlage zu helfen ist in Corona-Zeiten wichtiger denn je, daher braucht es besonders heuer die Unterstützung aus den Pfarren.

Als ihr ihre achtjährige Tochter das ersparte Taschengeld in die Hand drückte, um davon Essen zu kaufen, kamen Nicole S. die Tränen. In diesem Moment gestand sich die 34-jährige Alleinerzieherin ein, dass sie Hilfe braucht.

Nicole S. arbeitet als selbstständige Fußpflegerin. Noch nie zuvor war sie auf Hilfe der Caritas angewiesen. Oft war es sehr stressig, Arbeit, Überstunden und Kinderbetreuung unter einen Hut zu bringen. Doch durch das Geschäft brachte Nicole S. die kleine Familie gut über die Runden. Die Krise hat das verändert. Wegen des Lock-Downs konnte Nicole S. ihren Salon wochenlang nicht aufsperren. Das gesamte Einkommen war mit einem Schlag weg. Auch ein Kredit bei der Bank wurde abgelehnt. Der erste Teil des Härtefallfonds reichte nicht lange.

Armut kann jeden und jede treffen

So wie Nicole S. und ihrer Tochter geht es derzeit vielen ÖsterreicherInnen. Die Corona-Krise hat Menschen in Notlagen gebracht, die zuvor noch nie von Armut bedroht waren. Das zeigt sich auch daran, dass sich von März bis Mai viel mehr Menschen an die Caritas wandten. In Oberösterreich sind durchschnittlich ein Drittel mehr Unterstützungsansuchen bei den 12 Caritas-Sozialberatungsstellen eingegangen als im Vergleich zum Vorjahr. Während der Corona–Akutphase sahen sich viele Menschen gezwungen zum ersten Mal zur Caritas zu gehen. Menschen, die sich etwas aufgebaut hatten, EinzelunternehmerInnen, AlleinerzieherInnen oder jene, die in einer Branche arbeiten, die besonders von der Krise betroffen ist.

Auch Nicole S. wandte sich an eine Sozialberatungsstelle der Caritas. Die schnelle finanzielle Hilfe war eine große Entlastung. „Auf meinem Konto würde es ohne diese Unterstützung katastrophal aussehen“, erzählt sie.

Sozial benachteiligte Gruppen besonders betroffen

Seit März 2020 hat sich die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt. Vor allem Menschen, die auch während guter Wirtschaftslagen armutsgefährdet sind, haben es jetzt besonders schwer, einen Job zu finden. Dazu gehören Jugendliche und GeringverdienerInnen, die oft Migrationshintergrund haben. Auch Frauen sind oft in Berufen tätig, die besonders von der Krise betroffen sind und nicht einfach ins Home Office verlagert werden können: zum Beispiel im Tourismus, in der Gastronomie, im Handel oder in Dienstleitungsbetrieben wie Frisier- oder Fußpflegesalons. Auch für ältere Personen und Menschen mit Beeinträchtigungen wird die Arbeitssuche nun noch herausfordernder als sonst.

Die Krise zeigt: Jeder und jede kann in eine Notlage kommen. Deshalb müssen wir jetzt zusammenhalten, Solidarität zeigen und jene, die jetzt um ihre Existenz fürchten, unterstützen. Aus der Corona-Krise darf keine soziale Krise werden.

Hilfe in der Krise

Unser Grundsatz hat sich während der Krise nicht verändert, er ist sogar noch stärker denn je. Wenn es nicht mehr weitergeht und niemand mehr da ist, um zu helfen, dann hilft die Caritas. Während der ersten Corona-Welle wurde diese Hilfe konkret sicht– und spürbar: 11.151 Menschen erhielten österreichweit Unterstützung der Caritas in unseren Sozialberatungsstellen. Doch die Krise ist nicht vorbei.

  • Armutsbetroffene Menschen, die schon vor Corona zu wenig hatten, haben nun noch weniger. Hier geht es um das Notwendigste: Existenzsicherung, Lebensmittelhilfe, Energieversorgung, Wohnungssicherung.
  • Arbeitslose Menschen/ EinzelunternehmerInnen/ Selbstständige, die nie auf Hilfe der Caritas angewiesen waren sind durch die Pandemie in Not geraten. Sie brauchen jetzt Hilfe, um über diese Zeit zu kommen und einen Neustart zu schaffen.


Die Caritas hilft in Oberösterreich…

... im Haus für Mutter und Kind und in Krisenwohnungen in Linz oder im Hartlauerhof in Asten verzweifelten Menschen mit einer Unterkunft und gibt Hoffnung und Kraft für einen Neuanfang.

... in den Tageszentren Wärmestube und FRIDA wohnungslosen und von Wohnungslosigkeit bedrohten Menschen mit einer Anlaufstelle sowie einem Regenerations- und Rückzugsort.

... in 12 Sozialberatungstellen, wo sie Menschen in Notlagen mit Beratung und finanzieller Überbrückungshilfe zur Seite steht.

... in sechs Caritas-Lerncafés SchülerInnen aus sozial benachteiligten Familien mit kostenloser Lern- und Nachmittagsbetreuung, damit sie den Schulabschluss schaffen können.

... im Help-Mobil, wo obdachlose Menschen und jene, die keine Krankenversicherung haben, medizinisch und mit warmer Kleidung, Schlafsäcken und Decken versorgt werden.

 

Das bewirkt Ihre Spende:

Mit 30 Euro schenken Sie einem bedürftigen Menschen einen Lebensmittelgutschein.

Mit 40 Euro ermöglichen Sie einer Mutter in finanzieller Notlage einen Gutschein für Windeln und Babynahrung.

Mit 50 Euro unterstützen Sie eine armutsbetroffene Familien beim Heizen ihrer Wohnung, indem ein Teil der Kosten für Heizung oder Heizmaterial übernommen werden.

 

Wir bitten Sie, sich besonders heuer in dieser schwierigen und herausfordernden Zeit in Ihrer Pfarre mit der Elisabethsammlung für Menschen in Not in Oberösterreich einzusetzen!