Elisabethsammlung 2018

Hilfe ist größer als Armut


Im November sammelt die Caritas wieder für Menschen in Not in Oberösterreich, die kein Dach über dem Kopf haben, sich in einer schwierigen Situation befinden oder einfach zu wenig zum Leben haben.

434.000 Menschen in Österreich gelten als manifest arm. Sie können sich kein nahrhaftes Essen, keine warme Wohnung oder keine neue Kleidung leisten. Neben Kindern und Jugendlichen aus Ein-Eltern-Haushalten sind vor allem Familien mit drei und mehr Kindern und Menschen mit Migrationshintergrund von Armut betroffen. Viele stehen am Monatsende vor der Frage, ob sie das restliche Geld für Essen oder Heizen ausgeben sollen. Familien müssen heute oft mehr als die Hälfte ihres Einkommens für Wohnen und Energie ausgeben. 208.000 Menschen in Österreich können ihre Wohnung nicht angemessen warm halten. Kinder müssen dann oft in feuchten, schimmeligen Zimmern schlafen und spielen. 15.000 Menschen – die Dunkelziffer ist wohl noch höher – sind in unserem Land als wohnungslos registriert.

Eltern machen alles, um die Familie über die Runden zu bringen

Unter schwierigsten Umständen unternehmen alleinerziehende Mütter alles, um ihre Kinder über die Runden zu bringen: Beim Einkauf von Lebensmitteln suchen sie nach den günstigsten Angeboten. Im Winter nutzen Mütter die Restwärme des Herdes, um die Küche warm zu halten. Und zu Weihnachten oder Geburtstagen kratzen armutsbetroffene Mütter und Väter oft das letzte Geld zusammen oder arbeiten zusätzliche Stunden, um ihren Kindern zu mindestens kleine Geschenke kaufen zu können.

Auch obdachlose Menschen, also Menschen, die durch persönliche Krisen, Kündigung, Überschuldung oder Delogierung an den Rand der Gesellschaft gedrängt worden sind, entwickeln vielfältige Strategien, um auf der Straße durchzukommen: Sie wissen, wo sie bei Regen am besten geschützt sind, wo und wann in ihrer Stadt Lebensmittel ausgegeben werden, und wo sie Grundnahrungsmittel um ein paar Euro bekommen.

Armut bedeutet großen Stress und Belastung

Wer von Armut betroffen ist, verliert seine Freunde und zieht sich langsam aus der Gesellschaft zurück. Die existentielle Unsicherheit, der tägliche Kampf ums Durchkommen und die Furcht, das mühsam aufrechterhaltene Gefüge könnte zusammenbrechen, wenn auch nur eine Beihilfe entfällt, ein Haushaltsgerät kaputt wird oder die Kinder in der Schule oder im Kindergarten Extrageld oder einfach nur Winterkleidung benötigen, bedeutet große Belastung.

Vielmehr noch ist das Leben auf der Straße mit immensem Stress verbunden: Wohnungslose Menschen müssen jeden Abend einen Winkel suchen, wo sie niemand findet, einen Platz, wo sie vor Wind und Wetter geschützt sind.

Ein kleiner Beitrag macht für Menschen in Not einen großen Unterschied

Wir dürfen uns nicht damit abfinden, dass Menschen in unserer Nachbarschaft kein Auskommen finden. Wir dürfen auf die Schwächsten in unserer Gesellschaft nicht vergessen. Als Caritas stehen wir für konkrete Hilfe. Und das Ziel ist klar: Ein möglichst selbstbestimmtes und selbstverantwortetes Leben für alle in diesem Land. Meist braucht es nicht viel: Mit ein wenig Hilfe können wir Menschen in Not beistehen, ein selbstbestimmtes Leben zu führen und wieder auf die Beine zu kommen.

In 12 Sozialberatungstellen in Oberösterreich steht die Caritas Menschen in Notlagen mit Beratung und finanzieller Überbrückungshilfe zur Seite.
Das Haus für Mutter und Kind und Krisenwohnungen in Linz oder der Hartlauerhof in Asten bieten verzweifelten Menschen eine Unterkunft und wieder Hoffnung und Kraft für einen Neuanfang.
In sieben „Lerncafés“ der Caritas bekommen SchülerInnen aus einkommensschwachen Familien kostenlose Lern- und Nachmittagsbetreuung, damit sie einen Schulabschluss schaffen können.
Das Help-Mobil versorgt obdachlose Menschen und jene, die keine Krankenversicherung haben, medizinisch und mit warmer Kleidung, Schlafsäcken und Decken.

Wir bitten Sie auch heuer wieder, sich in Ihrer Pfarre mit der Elisabethsammlung für Menschen in Not in Oberösterreich einzusetzen!