Haussammlung 2017


Unter dem Motto „Helfen ist größer als wegschauen“ gehen im April und Mai viele pfarrliche MitarbeiterInnen ehrenamtlich von Tür zu Tür, um für die Caritas-Haussammlung um Spenden zu bitten. Das Geld kommt OberösterreicherInnen in Not zugute.

Alexandra B. ist seit Jahren in der Kommunikationsbranche tätig. Sie ist Alleinerzieherin und hat sich vor einigen Jahren einen Traum erfüllt und den Schritt in die Selbständigkeit gewagt. „Es ist alles gut gelaufen. Nie hätte ich damals im Traum daran gedacht, dass ich eines Tages an die Tür der Caritas-Sozialberatungsstelle klopfe, weil ich kein Geld habe, um uns etwas zu essen zu kaufen“, erzählt Alexandra B. Doch eine schwere Erkrankung zwingt sie, ihre Arbeit aufzugeben. 20 Wochen bekommt sie als Selbständige Krankengeld. Dann muss sie den Lebensunterhalt mit dem Ersparten bestreiten. „Dann war auch das aufgebraucht, ich konnte die Rechnungen nicht mehr bezahlen und schließlich hatte ich kein Geld mehr, um Lebensmittel zu kaufen“, erzählt Alexandra B. Als die Verzweiflung am Größten ist, geht sie zur Sozialberatungsstelle. „Dort habe ich sofort finanzielle Nothilfe für Lebensmittel bekommen.“ Mit der Hilfe von der Caritas-Sozialberatungsstelle konnte Alexandra die Zeit überbrücken, bis die Versicherung endlich ihren Anspruch auf Rehabilitationsgeld genehmigt hatte.

Alexandra B. ist kein Einzelfall in Oberösterreich. Auch Krankheit kann nicht nur in körperlichem Sinn zu einer lebensbedrohlichen Situation führen: Vorübergehende Erwerbsunfähigkeit bringt finanzielle Not. Die Caritas hat die Möglichkeit in einem ersten Schritt überbrückend und unbürokratisch weiterzuhelfen, zum Beispiel mit Lebensmittelgutscheinen. „In einer umfassenden Beratung wird gemeinsam mit den KlientInnen ein langfristigerer Weg aus der Krise gesucht und Hilfe zur Selbsthilfe ermöglicht. Dabei wird unter anderem erarbeitet welche Ansprüche wie geltend gemacht werden sollen und wo mögliche Einsparungspotentiale liegen“, sagt die Sozialarbeiterin Maria Ehmann von der Caritas-Sozialberatung OÖ.

Das Geld aus der Haussammlung kommt nicht nur den Menschen in Oberösterreich zugute, die in einer der zwölf Caritas-Sozialberatungsstellen Hilfe suchen. Die Spenden gehen auch direkt an Caritas-Einrichtungen wie das Haus für Mutter und Kind, das Krisenwohnen oder zum Beispiel das „Help-Mobil“, einer medizinischen Notversorgung für Obdachlose in Linz.