Osthilfesammlung 2021

Caritas und Osthilfe-Fonds der Diözese Linz unterstützen Menschen in Not im Osten Europas!


Der Osthilfe-Fonds und die Caritas Oberösterreich bitten gemeinsam um Spenden für Menschen - vor allem Kinder - in Not in Mittel- und Osteuropa.

Die Kindheit ist eine Zeit des Lachens, des Spielens, des Ausprobierens, der Unbeschwertheit. Sie ist eine Zeit der Chancen, der Perspektiven, der Träume.

Die Zukunft von Millionen Kindern weltweit ist durch die Corona-Krise jedoch noch unsicherer geworden. Durch die wirtschaftlichen Auswirkungen und das fehlende soziale Netz in vielen Ländern verschärft sich die Armut. Durch die Schulschließungen verlieren viele Kinder den Zugang zu Bildung, ihre Hoffnung auf eine chancenreiche Zukunft. Dagegen müssen wir jetzt gemeinsam etwas tun.

UNICEF rechnet damit, dass ca. 150 Millionen Kinder zusätzlich (zu den 386 Millionen Kindern, die bereits im Jahr 2019 ein Leben unter der Armutsgrenze führen mussten) durch die Pandemie multidimensionale Armut erleben müssen, also keinen Zugang zu Bildung, medizinischer Versorgung, Essen, Hygiene und Wasser haben werden.

Kinder in Krisenregionen: Zwischen Krieg und Lockdown

Besonders verheerend ist die Situation für Kinder in Krisenregionen. Denn zusätzlich zu den Problemen, die die Pandemie mit sich bringt, wissen viele Kinder nicht einmal, ob sie zuhause vor Krieg und Kämpfen sicher sind, ob sie jemals wieder zur Schule gehen können.

Grigor musste mutig sein

So geht es auch dem neunjährigen Grigor aus der Region Bergkarabach. Der Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan hat die Region enorm mitgenommen und tausende Menschen in die Flucht im eigenen Land getrieben.

Grigor versteckte sich gemeinsam mit seiner Mutter in einem kleinen Schuppen, als die Bomben auf seine Heimatstadt Stepanakert fielen. „Ich hatte Angst aber ich musste ruhig bleiben, mutig sein“, erzählte Grigor später. Seine Mutter floh mit ihm nach Gyumri im sichereren Norden Armeniens, wo sie Unterschlupf bei einer Tante bekamen. Mitnehmen konnten sie nichts. Keine Kleidung, kein Geld.

Auch andere Verwandte haben hier Zuflucht gesucht. Derzeit leben achtzehn Menschen in einer
Drei-Zimmer-Wohnung. Acht davon sind Kinder. Grigor und seine Familie bekommen nun Unterstützung von der Caritas: durch Nahrung, Hygieneartikel und medizinische Versorgung. Somit kann die schlimmste Not gelindert werden. Für Kinder auf der Flucht haben jedoch auch die Covid-bedingten Schulschließungen enorme langfristige Auswirkungen.

Schulschließungen verringern Zukunftschancen

Vor allem Kinder aus sozial benachteiligten Familien stellt die Schulschließung vor unverhältnismäßig große Schwierigkeiten: Oftmals haben sie keinen Internetzugang, keinen ungestörten Platz zum Lernen oder niemanden, der ihnen Aufgaben angemessen erklären kann.

Diese Kinder bleiben zurück, verlieren mit dem täglichen Unterricht in der Schule nicht nur ihre Bildungschancen, sondern auch die Stabilität, die sie oft in belastenden, engen oder sogar gewalttätigen Familiensituationen dringend brauchen. Wenn auch dazu die Löhne der Eltern (zum Beispiel durch eine Corona-Erkrankung, Jobverlust) wegfallen, müssen Kinder oft die Erwachsenenrolle übernehmen, Arbeiten gehen, auf die Geschwister aufpassen.

So hilft die Caritas Kindern in der Corona-Krise

Unsere Programme haben wir an die Covid-Situation angepasst, um Kindern in Armut trotzdem so gut wie möglich helfen zu können. Jedes Kind muss jetzt die Chance bekommen, in Sicherheit und Geborgenheit aufzuwachsen, um eines Tages ein unabhängiges, glückliches Leben als verantwortungsvolle*r Erwachsene*r führen zu können. Schlüsselfaktoren sind ein geschütztes Zuhause, ausreichende, ausgewogene Mahlzeiten, wichtige Bezugspersonen und vor allem auch eines: Bildung.

Kinderzentren werden zu mobilen Küchen

Wenn die Schulen geschlossen sind, kommen auch die Kinder nicht mehr in die Caritas-Kinderzentren und damit fehlt ihnen auch das tägliche Essen. Deswegen wurde in vielen Tagesstätten auf eine mobile Küche umgestellt: Essen für die Familien, Hygienematerial für die Haushalte und oft auch mobile Beratung für die Eltern, die mit dem Lockdown überfordert waren, werden direkt in die Dörfer gebracht. Gerade einfache Maßnahmen wie die regelmäßige Versorgung mit Lebensmittelpaketen oder Gutscheinen, mit Hygienematerial und auch Medikamenten führen dazu, dass die Familien gestärkt werden und die Kinder weiterhin einen Alltag in Sicherheit und Geborgenheit leben können.

Bildung im Lockdown für Kinder in den ärmsten Ländern

In unseren Kinderprojekten weltweit sind wir bemüht, Bildung trotz der Covid-19 – Einschränkungen weiterhin möglich zu machen. In Armenien zum Beispiel durch Online-Klassen mit neuen Unterrichtsmethoden, die auch für Kinder mit Behinderungen zugänglich sind. Auch in Moldau und der Ukraine wurden viele Aktivitäten im Lockdown in den virtuellen Raum verlegt: Online-Kurse, Gruppentreffen, Schulungen und Sitzungen. Die Ausnahmesituation erforderte außerdem wichtige psychologische Unterstützung, die online und via Telefon angeboten wurde.

Der Osthilfefonds und die Caritas bitten alle Pfarren in Oberösterreich, diese Sammlung zu unterstützen.

Aus den Mitteln der Osteuropa-Sammlung werden auch pastorale Aufgaben des Osthilfefonds der Diözese Linz unterstützt. Im Mittelpunkt stehen dabei kirchliche Jugendarbeit, Ausbildung von Freiwilligen in den Pfarren, soziale Projekte für Kinder und Jugendliche sowie Aktivitäten zur Stärkung von Familien (wie z.B. Aufbau einer Familienberatungsstelle in Weißrussland).