10 Jahre Caritas-Servicestelle für pflegende Angehörige in Rohrbach

vlnr.: Caritas-Servicestelle Pflegende Angehörige: Stefanie Weigerstorfer, BA, Mag.a Ute-Maria Winkler, Marlene Mayr und Caritas-Direktor Franz Kehrer, MAS

Die Caritas-Servicestelle für pflegende Angehörige in Rohrbach ist eine wichtige Stütze für jene Menschen, die tagtäglich Betreuungs- und/oder Pflegearbeit in der Familie leisten. „Seit der Gründung vor zehn Jahren haben sich die Bedürfnisse der pflegenden Angehörigen verändert – und auch unsere Angebote“, erklärt Ute-Maria Winkler, die die Servicestelle in Rohrbach leitet. Bei der Jubiläumsfeier am vergangenen Freitag, 24. November, erinnerte sich unter anderem Irmi Grininger, wie sie 2007 die Caritas-Servicestelle aus der Taufe hob. Beim Fest las Carmen Wurm aus ihrem Gedichtband „de eiweni Seitn“. Die Peilsteiner Stubenmusik begleitete sie dabei.

Pflege Zuhause ist keine „Randerscheinung“: Alleine in Oberösterreich leisten 65.000 Menschen tagtäglich Betreuungs- und/oder Pflegearbeit für ihre Angehörigen. Das sind mehr Menschen, als im Bezirk Rohrbach leben. „Die Pflegearbeit ist ein wichtiger und herausfordernder Bestandteil der Gesellschaft. Deshalb ist es der Caritas OÖ ein großes Anliegen, pflegende Angehörige zu unterstützen“, betont Caritas-Direktor Franz Kehrer, MAS.  Vor 19 Jahren startete die Caritas mit ersten Vorträgen für pflegende Angehörige und gründete in Linz die erste Servicestelle für pflegende Angehörige in Oberösterreich. In Rohrbach war es Irmi Grininger vor 10 Jahren, die die Caritas-Servicestelle aufbaute: „Am Anfang ging es vor allem darum, die Unterstützungsmöglichkeiten und Hilfsangebote im Bezirk Rohrbach und Urfahr-Umgebung weiter zu verbessern und auszubauen, um den Bedürfnissen der pflegenden Angehörigen gerecht zu werden. Ein weiterer Schwerpunkt war auch die Öffentlichkeitsarbeit, um für das Thema zu sensibilisieren.“

Bei den Veranstaltungen trafen sich pflegende Angehörige. Es zeigte sich, dass der Austausch untereinander wichtig war. Deshalb gründete die Caritas Treffpunkte für pflegende Angehörige, die bis heute von Ehrenamtlichen geleitet werden. Im Laufe der Jahre wurde schrittweise das Beratungsangebot für pflegende Angehörige ausgebaut. Heute gibt es neben der psychosozialen Beratung in der Servicestelle in Rohrbach-Berg auch die Möglichkeit, dass die Beratung ins Haus kommt.

„Die Servicestelle reagiert auf Bedürfnisse und schafft unterschiedliche Angebote, die für alle leicht zugänglich und möglichst unentgeltlich sind“, sagt Caritas-Mitarbeiterin Ute-Maria Winkler.

Dabei konnte sie in jüngerer Vergangenheit vor allem die Beobachtung machen, dass die „Pflegekarrieren“ heute oft länger dauern, weil eine Person oft mehrere Angehörige „nacheinander“ pflegt. Ebenso nehme die Doppelbelastung zu. Neben der Pflege und Betreuung sei oft auch noch der Beruf zu bewältigen oder die Kinder zu versorgen.

Was sich in den zehn Jahren nicht verändert hat ist, dass sich viele pflegende Angehörige erst Unterstützung holen, wenn die Pflege alleine nicht mehr zu bewältigen ist und die Belastungsgrenze erreicht ist. „Ich möchte pflegende Angehörige deshalb ermutigen, auch unsere psychosoziale Beratung rechtzeitig in Anspruch zu nehmen“, sagt Winkler.