Zehn Menschen - verschiedenen Alters, Herkunft und Geschlecht stehen nebeneinander und geben sich die Hand.

Mit 39 Jahren den Traumberuf gefunden

Zwei Schülerinnen des Ausbildungszentrums sitzen mit zwei älteren Frauen am Tisch und handarbeiten und basteln mit ihnen.

„Hilfst du mir beim Flechten?“ fragt Elisabeth Herzberger die ältere Frau. Mit einem Lächeln im Gesicht verflechten die beiden nun drei Schwungtücher. „Ich gehe in diesem Beruf voll auf“, schwärmt die 39 Jährige. „Ich mag die alten Menschen sehr gerne und man bekommt so viel zurück.“

Eigentlich wollte sie schon vor 10 Jahren mit der Ausbildung zur Fach-Sozialbetreuerin Altenarbeit beginnen – doch ihr damals 7 jähriger Sohn war der Grund, weshalb sie bis letzten Herbst wartete. Seither drückt sie jeden Montag und Dienstag die Schulbank im Caritas-Ausbildungszentrum für Sozialbetreuungsberufe. Mittwochs und freitags betreut sie derzeit die Gäste in der Elisabeth Stub’n – der Tagesbetreuung für Menschen mit Demenz, und donnerstags ist sie für die BewohnerInnen im Caritas-Seniorenwohnhaus Karl Borromäus da.

„In der Elisabeth Stub’n gefällt mir besonders, dass den ganzen Tag über den Tagesgästen Beschäftigung angeboten wird, und auch wir Praktikantinnen dafür unsere Ideen einbringen können. Ich bin immer wieder selbst überrascht, wie motiviert unsere SeniorInnen mitmachen. Sei es beim Rätsel lösen, beim Ballspielen, bei Bewegungsübungen – ihre Freude an der Tätigkeit ist Motivation pur.“

In ihrer Klasse sind 18 SchülerInnen, und einige sind zwischen 40 und 50 Jahre alt. Ihre Kollegin in der Elisabeth Stub’n - Susana Ebner - aber ist 20 Jahre jung, doch auch für sie stand schon lange fest, dass sie einen Gesundheits- oder Sozialberuf ergreifen würde. Sie schätzt v.a. die praxisnahe Ausbildung. „Dass die Leute mich trotz ihrer Demenz erkennen, das freut mich sehr“, verrät sie. „Oft fragen sie mich, ob wir uns eh das nächste Mal wiedersehen, wenn sie gehen, das stärkt auch den eigenen Selbstwert.“