Zehn Menschen - verschiedenen Alters, Herkunft und Geschlecht stehen nebeneinander und geben sich die Hand.

Exkursion zur Lern- und Gedenkstätte Schloss Hartheim

Am 1. Februar besuchte die 4D des Caritas-Ausbildungszentrums für Sozialbetreuungsberufe am Linzer Schieferesederweg die Lern- und Gedenkstätte Schloss Hartheim. Der Pädagogin Mag.a Ursula Robausch-Weichhart ist dieser Besuch im Unterrichtsfach "Methodik und Didaktik in der Altenarbeit" ein Anliegen, weil in Schloss Hartheim einerseits der Umgang mit Menschen mit Beeinträchtigung in der Zeit des Nationalsozialismus gezeigt wird. Zum anderen erklärt die Ausstellung "Der Wert des Lebens" den Umgang der Gesellschaft mit Menschen, die den Erwartungen und Idealen der Mehrheitsgesellschaft nicht entsprechen – und zwar vom Zeitalter der Aufklärung bis zur Gegenwart.

Dabei spannt sich der thematische Bogen von der Sortierung der Menschen in ökonomisch "Brauchbare" und "Unbrauchbare" am Beginn der Industriegesellschaft bis zur aktuellen Forderung nach gesellschaftlicher Gleichstellung behinderter Menschen. Die Ermordung behinderter Menschen als "lebensunwertes Leben" im Nationalsozialismus bildet in dieser Entwicklung das negative Extrem und einen Brennpunkt der Reflexion, war doch Schloss Hartheim von 1940 bis 1944 eine der sechs Euthanasieanstalten des Dritten Reiches und steht somit als mahnendes Beispiel dafür, wo Ausgrenzung enden kann.

„Aus meiner Sicht ist es wesentlich, dass sich Menschen, die später in der Sozialbetreuung arbeiten werden, mit der Thematik, was ein Leben wertvoll macht, auseinandersetzen“, so Robausch-Weichhart.

Die Exkursion hinterlässt jedenfalls tiefe Eindrücke bei den Studierenden:

„Danke für das einschneidende Erlebnis.“

„Der Begleiter hat uns mit sehr viel Begeisterung und Wissen durch die Räume geführt und war immer bemüht uns aktiv in die Führung einzubinden."

„Für mich war der Besuch an diesem Ort schwierig, vielleicht weil ich selber Krieg erlebt habe."

„Meiner Meinung nach ist es das Wichtigste, in Erinnerung zu behalten, was früher Menschen anderen Menschen angetan haben."

„Die Führung hat mir im sehr gut gefallen. Ich fand sie sehr interessant. Es ist ein mulmiges Gefühl wenn man dort herumgeht, wo so viel Leid geschehen ist."