Zehn Menschen - verschiedenen Alters, Herkunft und Geschlecht stehen nebeneinander und geben sich die Hand.

Kunst aus dem Gurkenglas

Wer kennt sie nicht, die unzähligen Sammelbehälter aus Glas in denen die Knöpfe des eigenen Lebens gesammelt werden? Eine Absolventin der Caritas-Schule für Sozialbetreuungsberufe am Linzer Schiefersederweg wollte diese Geschichten hören und dabei die Motorik der BewohnerInnen trainieren.

Ahdieh Vossough absolvierte während ihrer Ausbildung zur Fach-Sozialbetreuerin Altenarbeit ein Praktikum im Seniorenzentrum Franz Hillinger in Linz. Ihr Fachprojekt stellte sie unter den Titel „Aktivierung der Sinnesorgane durch Bastelarbeit für Seniorinnen und Senioren.“ Ahdieh Vossough ist eine Berufsumsteigerin, die in vier Semestern die Umschulung zur Fach-Sozialbetreuerin absolvierte. Zuvor war die 48-jährige gebürtige Iranerin 23 Jahren lang im Handel als Verkäuferin und zuletzt als Filialleiterin tätig.  „Ich wollte etwas Positives für die Gesellschaft machen“, begründet sie ihren Wunsch zur beruflichen Veränderung.

Für ihr Fachprojekt mit den Knöpfen hat sie sich deshalb entschieden, weil sie den BewohnerInnen eine Aktivierung bieten wollte, bei der sie selbst bestimmen konnten, was sie machen wollten. Gleichzeitig sollten ihre Fähigkeiten im Alltag gefördert werden. Ahdieh Vossough sammelte unzählige Knöpfe bei Nachbarinnen und Freunden – und so bot sie den BewohnerInnen des Seniorenzentrums die Möglichkeit, sich die verschiedenen Knöpfe anzuschauen und zu sortieren. Dabei kamen Erinnerungen hoch. Die BewohnerInnen begannen von ihren Spielen mit den Knöpfen als Kinder zu erzählen – und letztendlich gestalteten sie ein richtiges Kunstwerk als Wandbild aus den bunten Knöpfen.

Eines der Ziele mit diesem Fachprojekt, das Ahdieh Vossough verfolgte, war die Aktivierung der Sinnesorgane, damit Tätigkeiten im Alltag leichter von der Hand gehen. Eingebettet in Spaß und gute Unterhaltung wurde eifrig die Feinmotorik „trainiert“. Bei der Gestaltung des Bildes konnte nichts falsch gemacht werden, denn ein Nicht-Gelingen, wie vielleicht bei anderen Dingen im Alltag, gibt es da nicht.

Die Rückmeldungen sowohl der TeilnehmerInnen als auch der beurteilenden Lehrkraft, Magdalena Höller, waren sehr positiv. Dieses Projekt hat tatsächlich alle Sinne aktiviert und zudem viele Menschen glücklich gemacht.