Junge Freiwillige erweitern den Horizont

Am Foto stehend: José aus Spanien, Roswitha Reisinger, Bereichsleiterin invita Engelhartszell, Dinara aus Russland, Thomas Rathmayr Bereichsleiter FA invita, invita-Leiter August Hinterberger und Deutschlehrer Mag. Karl-Heinz Rieger.
Reihe vorne: Maria aus Spanien, Gemma aus Barcelona, Armagan aus der Türkei mit invita- EU/ESK-Freiwilligen-Koordinatorin Cornelia Osterberger

Fünf junge Menschen aus Spanien, Russland und der Türkei unterstützten 2019 ein Jahr lang die MitarbeiterInnen der Caritas invita in Engelhartszell und erhielten die Chance, Erfahrungen in der Arbeit mit Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen zu sammeln. Den frischen Schwung, den die vier Frauen und der junge Mann aus ihrer Heimat mitbrachten, genossen vor allem die BewohnerInnen am Caritas-Standort. Ermöglicht wurde der Einsatz der EU-Freiwilligen durch das Erasmus+ Programm: Jugend in Aktion bzw. das EU-Programm: Europäischer Solidaritätskorps (ESK).

Gemma (21) aus Barcelona arbeitete jeden Nachmittag in der Fähigkeitsorientierten Aktivität, wo sie bei alltäglichen und beschäftigungsfördernden Tätigkeiten half und die BewohnerInnen bei ihren Spaziergängen begleitete. „Gemma lockerte den Alltag auf, indem sie spanisches Temperament mitbrachte. Mit ihr war es lustig und immer was los. Eine Bewohnerin liebte es, Englisch mit ihr zu reden. Alle sagten natürlich mit einem Schmunzeln ‚Gemma gemma‘“, erzählt invita-Mitarbeiterin Theresa Schlager. Auch Armagan, Dinara, Maria und José arbeiteten in Wohngruppen oder bei einem der verschiedenen Förderungs- und Beschäftigungsangebote am Standort mit.

invita-Leiter August Hinterberger war begeistert: „Es war das zweite Mal, dass wir bei invita EU/ESK-Freiwillige hatten und es war für alle Beteiligten wirklich gewinnbringend. Es freut mich, dass wir auf diese Weise Menschen aus anderen Ländern kennenlernen dürfen. Das erweitert unseren Horizont sprachlich, kulturell und zwischenmenschlich. Außerdem fordert es uns auch - besonders sprachlich.“ Auch die fünf jungen Menschen im Alter von 21 bis 30 Jahren hatten sich in dem Freiwilligenjahr zum Ziel gesetzt, ihr Deutsch zu verbessern. Der pensionierte Lehrer Mag. Karl-Heinz Rieger gab ihnen einmal pro Woche Unterricht.

„Wir verständigten uns in Englisch, Spanisch, Russisch und Deutsch – sowie mit Händen und Füßen. Das klappte eigentlich sehr gut", erzählt Mag.a Roswitha Reisinger, Bereichsleiterin des Standorts von invita in Engelhartszell.

Aus unterschiedlichen Lebenswelten

Die Gründe, warum die jungen Menschen hier waren, waren ganz unterschiedlich. Armagan (30) aus der Türkei, die in der Kreativwerkstatt arbeitete, wollte nach ihrem Studium noch ein Jahr als Freiwillige arbeiten. „Außerdem wollte ich mein Deutsch verbessern, weil ich gerne den Master in Österreich machen möchte.“ Die Russin Dinara (30) hingegen war schon in ihrer Heimat im Sozialbereich tätig. Weil sie das Gefühl hatte, dass ihr Leben stagnierte, wollte sie ins Ausland: „Die soziale Betreuung von Menschen, wie es in Österreich der Fall ist, war am Anfang ungewöhnlich für mich. Ich habe viel über Materialien, Geräte und Hilfsmittel in der Pflege gelernt. Ich arbeitete in einer Wohngruppe, half beim Waschen, Essen oder Putzen. Manchmal backten oder bastelten wir auch gemeinsam.“ Von Österreich hatte sie zuvor so gut wie nichts gewusst. „Ich kam hierher und verliebte mich in dieses Land. In Engelhartszell waren alle so freundlich. Für mich war es kein Problem, in einem kleinen Ort zu leben, da ich in Russland auch in einem Dorf lebe.“

Alle fünf jungen Menschen wohnten am invita-Standort in Engelhartszell. Neben der Freiwilligenarbeit blieb ihnen natürlich noch genug Zeit, um Österreich und seine Nachbarländer kennenzulernen.