Zehn Menschen - verschiedenen Alters, Herkunft und Geschlecht stehen nebeneinander und geben sich die Hand.

Sonnenkinder brachten SchülerInnen zum Strahlen

18.02.19

Auf dem Foto v. li.: Schüler Hassan, Joachim Schneglberger mit seiner Tochter Lilly (6) und Direktorin Ingrid de Verrette.

Die Eltern des Vereins „Sonnenkinder 21“ waren vor kurzem mit ihren Kindern, die Trisomie 21 haben, zu Gast in der Caritas-Schule am Salesianumweg in Linz. Rund 70 angehende SozialbetreuerInnen für Behindertenarbeit und –begleitung spielten, musizierten und turnten mit den Kindern. Die SchülerInnen bekamen so die Gelegenheit, in entspannter Atmosphäre mit den Eltern über den Alltag mit ihren Kindern zu plaudern und sich Tipps im Umgang zu holen.

Die praxisnahe Ausbildung ist in den Caritas-Schulen für Sozialbetreuungsberufe ein Schwerpunkt. „Den Aktionstag zu Trisomie 21 veranstalteten wir heuer schon zum dritten Mal. Dabei erleben die SchülerInnen hautnah, dass die Eltern die Experten ihrer Kinder sind und die Begegnung und Kommunikation auf Augenhöhe erfolgt. Eltern- und Angehörigenarbeit ist ein Teil der Ausbildungsschwerpunkte und soll eine gute Beziehungsbasis aller Beteiligten durch intensive und professionelle Zusammenarbeit ermöglichen“, erklärt Ingrid de Verrette, Direktorin der Caritas-Schule am Salesianumweg in Linz.

In der Praxis arbeiten die SchülerInnen mit erwachsenen Menschen mit Trisomie. Der Bezug zur Kindheit fehlt meist. „Dabei ist die Biografie hier auch ganz besonders wichtig und bringt viele Erkenntnisse über den Menschen“, sagt Schulleiterin de Verrette. Aus Erfahrung weiß sie, dass SchülerInnen in der Praxis eine Scheu davor haben, bei den Eltern nachzufragen. Der Tag bietet den SchülerInnen die Chance, in unbeschwerter Atmosphäre auch „unbequemen Fragen“ zu stellen. „Die Eltern haben mit einer Offenheit von ihren Kindern erzählt, die beeindruckend war. Viele ihrer Probleme waren uns vorher nicht bewusst. Sie mussten viele Hürden überwinden, um beispielsweise einen geeigneten Schulplatz oder eine Frühförderung zu finden“, sagte eine Schülerin am Ende des Aktionstages.