Augustsammlung 2019

Hilfe > Hunger

Jeder zehnte Mensch weltweit leidet an Hunger. Jeden Tag kämpfen Millionen Frauen und Männer darum, ihren Kindern eine nahrhafte Mahlzeit zu ermöglichen. Doch weil Menschen in den am stärksten betroffenen Ländern fast ausschließlich Mais, Maniok und Reis essen, aber viel zu wenig Obst, Gemüse und Fleisch, fehlt es den Betroffenen an essentiellen Nährstoffen. Diese Mangelernährung hat vor allem für Kinder schwerwiegende Folgen: Sie sind zu klein für ihr Alter, ihre Organe wachsen nicht, sie können sich körperlich und geistig nicht altersgemäß entwickeln. Kinder, die ständig hungern, haben keine Kraft, werden öfter krank und können in der Schule nicht lernen. Oft sind sie so stark geschwächt, dass eine harmlose Durchfallerkrankung lebensbedrohlich wird.

 

Nothilfe und nachhaltige Unterstützung

Als Caritas haben wir uns diesen Sommer das Ziel gesetzt, gemeinsam mit Unterstützung der Spenderinnen und Spender 40.000 Familien vor den Langzeitfolgen von Hunger und Unterernährung zu bewahren.

In akuten Hungerkrisen versorgen Helferinnen und Helfer die Menschen so rasch wie möglich mit Trinkwasser sowie Essen. Unterernährte Kinder und alte Menschen bekommen Zusatznahrung, damit ihre geschwächten Körper besser gegen Krankheiten gewappnet sind. Dazu werden Medikamente und Hygieneartikel verteilt und schwer unterernährte Kleinkinder in Ernährungszentren versorgt.

Die Caritas leistet aber nicht nur Nothilfe in Krisenzeiten. Die Menschen werden dabei unterstützt, dass sie langfristig für sich selbst sorgen können.

 

Auf Kleinbauern und Frauen kommt es an

Kleinbäuerinnen und -bauern produzieren weltweit die meisten Nahrungsmittel und zählen doch zu den Ärmsten. Wenn es gelingen soll, dass kein Mensch mehr hungrig einschlafen muss, dann müssen KleinbäuerInnen dabei unterstützt werden, ihre Lebensgrundlagen und Erträge zu verbessern. Für viele KleinbäuerInnen ist es schwer, ausreichend zu produzieren oder gar Vorräte anzulegen. Anderen gelingt es kleine Überschüsse zu erzielen, sie haben jedoch Schwierigkeiten diese gewinnbringend zu verkaufen. Oft fehlt es an technischen Geräten und finanziellen Mitteln, oder die Ernte kann schlicht nicht gelagert werden. Die Caritas unterstützt Betroffene dabei, für sich selbst sorgen zu können: Kleinbäuerinnen und -bauern erhalten Saatgut, Geräte und Nutztiere und werden in Anbaumethoden, zu Lagerung und Vermarktung geschult.

In Entwicklungsländern sind Frauen hauptverantwortlich für die Versorgung der Familie. Frauen kümmern sich um die Kinder, pflegen die Alten, holen Wasser und arbeiten auf dem Feld. Deshalb unterstützen wir Frauengruppen, landwirtschaftliche Kooperativen und Sparvereine, zudem bieten wir Alphabetisierungskurse.

 

Glocken gegen Hunger - Aktionstag am 26. Juli 2019 

Wir freuen uns sehr, dass die österreichische Bischofskonferenz heuer bereits zum dritten Mal die Aktion „Glocken gegen Hunger“ beschlossen hat: Am 26. Juli werden um 15 Uhr in ganz Österreich in den Pfarrgemeinden die Kirchenglocken fünf Minuten lang läuten. Das Läuten soll – zur Sterbestunde Jesu - darauf aufmerksam machen, dass täglich Menschen an Hunger sterben. Gleichzeitig soll das Glockenläuten zum Engagement gegen Hunger aufrufen.

Wir bitten alle Pfarren in Oberösterreich um Unterstützung! Unser Ziel ist es, 40.000 Familien nachhaltig vor dem Hunger zu bewahren.

Hilfe in der DR Kongo

Die Demokratische Republik Kongo zählt zu den ärmsten Ländern der Welt. Hier sind 76 Prozent der Bevölkerung, das sind über 60 Millionen Menschen, unter- bzw. mangelernährt.
Seit über 20 Jahren engagiert sich die Caritas Oberösterreich in diesem Land um die Situation der Menschen zu verbessern. Und unsere Hilfe zeigt Wirkung! Mit Ernährungsstationen für unterernährte Babys und Kleinkinder leisten wir akute Nothilfe gegen den Hunger. Über 2.000 Babys werden jährlich mit Spezialnahrung und Medikamenten dort gesund gepflegt. KleinbäuerInnen werden in Landwirtschafts- und Tierhaltungsprojekten unterstützt, damit sie ihre Ernährung nachhaltig und selbständig sichern können. Um das Leben der Menschen in der DR Kongo langfristig zu verbessern, ermöglichen wir Kindern, die Schule zu besuchen und fördern die Inklusion von Menschen mit Behinderungen, z.B. mit orthopädischen Operationen für körperbeeinträchtigte Kinder.

 

Spendenbeispiele

10 Euro sichern die Ernährung für einen Menschen für einen Monat.
13 Euro sichern die Verpflegung und Betreuung eines unterernährten Kindes für einen Monat.
25 Euro ermöglichen Setzlinge und Samen für einen Obst- und Gemüsegarten für eine Familie.
40 Euro ermöglichen den Kauf einer Ziege im Rahmen eines Landwirtschaftsprojekts für Kleinbäuerinnen. 

 

So sieht unsere Hilfe in der DR Kongo aus

In einer Ernährungsstation in Kinshasa wird ein Kind bei der ambulanten Nachbetreuung gewogen. Eine Kleinbäuerin in Luozi erzählt uns stolz über ihre ersten angepflanzten Bananenpalmen. Und im Armenviertel Chad verhelfen Wasserpumpen und Enten den BewohnerInnen zu einem besseren Leben. Hier können Sie sich mit Videos und Bildern durch unsere Projekte scrollen.

Endlich satt und gesund

In Caritas-Ernährungszentren in der DR Kongo, Burkina Faso, Burundi, Südsudan und vielen anderen Ländern in Afrika werden unterernährte Babys und Kleinkinder oft in der letzten Minute gerettet.

Der kleine Oumarou lacht, als ihn Madame Gisèle abwiegt. Es macht ihm nichts aus, im Wiegesack in der Luft zu hängen. Schließlich wird er im Caritas-Ernährungszentrum jeden Tag gewogen. Oumarou ist sieben Monate alt und wiegt knapp fünf Kilo. Gemeinsam mit anderen Babys und Kleinkindern wird er hier aufgepäppelt. Jeden Tag hat er ein paar Gramm mehr. Frauen mit schwer unterernährten Kindern können bis zu einem Monat in den Ernährungszentren der Caritas bleiben. In leichteren Fällen erhalten die Mütter für ihre Kleinen Zusatznahrung. Weil in entlegenen Dörfern viele die Caritas-Zentren noch nicht kennen, fahren MitarbeiterInnen regelmäßig hinaus, um über das Angebot zu informieren. Eine Hilfe, die viele Kinderleben rettet.

Sauberes Wasser rettet Leben

Im Kongo stirbt jedes 10. Kind infolge einer Erkrankung, die auf verschmutztes Wasser zurückzuführen ist.

Die 10-jährige Akia besucht die erste Schulklasse. Bevor in ihrem Dorf eine Wasserpumpe gebaut wurde, konnte sie nicht in die Schule gehen. Mehr als drei Stunden am Tag verbrachte sie alleine damit, Wasser aus dem 3 Kilometer entfernten Fluss zu holen. Seit es mitten im Dorf sauberes Wasser gibt, ist das Wasserholen in 15 Minuten erledigt. Die Versorgung mit sauberem Trinkwasser hat weitreichende Auswirkungen auf Gesundheit, Ernährung und Bildung der Menschen. Nun haben Akio und andere Mädchen endlich Zeit schreiben und lesen zu lernen und können dadurch vielleicht einen Beruf ergreifen, der ihnen ein selbständiges Leben in der Zukunft ermöglicht.

Saatgut und Ziegen gegen Hunger

Die Caritas unterstützt 1.000 Bauernfamilien in der Region Luozi in der DR Kongo bei der Bewirtschaftung des Landes und durch Viehzucht.

Nzambi Muzolakwa, 38 Jahre, konnte mit Hilfe der Caritas im letzten Jahr eine Ziegenzucht starten. „Man hat mir gezeigt, wie ich einen richtigen Stall baue, wie man Zucht richtig betreibt, die Tiere versorgt und auch, wie ich den Dung als Düngemittel auf meinen Feldern verwenden kann. Nun können meine Kinder regelmäßig Fleisch essen. Mit dem Geld aus dem Verkauf von Fleisch kann ich das Schulgeld meiner Kinder bezahlen“, erzählt Nzambi. Die TeilnehmerInnen des Tierzucht-Projektes erhalten nicht nur Nutztiere, sondern auch Schulungen zur Tierhaltung und Saatgut und Werkzeug für ihre Felder.