Lara Schneider und Benni* (*Name geändert) verbrachten viel Zeit in der Natur. Foto: (c) Lara Schneider

Es tut den Kindern gut, auch einmal im Mittelpunkt zu stehen

Der Alltag in einer Familie kann manchmal sehr turbulent und belastend sein. Oft bleibt zu wenig Zeit für die Kinder. Im Caritas-Projekt „Balu&Du“ schenken Freiwillige diesen Kindern, die unter familiären Belastungen aufwachsen und besondere Unterstützung brauchen, Zeit und Aufmerksamkeit. Die 27-jährige Studentin Lara Schneider aus Linz traf sich ein Schuljahr lang mit dem damals neunjährigen Benni*. Wir suchen auch für das kommende Schuljahr Freiwillige für „Balu&Du“. Interessierte können sich unter 0676 / 8776-7362 oder balu-und-du@caritas-ooe.at melden.

Etwas Zweifel hatte Lara Schneider schon, als sie sich für „Balu&Du“ meldete: „Die Idee klang spannend und berührte mich, allerdings war ich am Anfang schon etwas unsicher, ob mein Einsatz ankommen und angenommen würde. Oft ist es ja nicht einfach und mit Scham verbunden, Hilfe von anderen zu akzeptieren.“ Beim ersten Treffen mit der Familie waren die Zweifel jedoch sofort beseitigt. Die Chemie stimmte, Benni fasste sofort Vertrauen und war begeistert: Jemand, der nur für ihn da war! Lara Schneider und Benni gingen miteinander einkaufen, Radfahren und ins Hallenbad. Die junge Frau ließ sich ganz auf das Kind und seine Bedürfnisse ein. „Alle Treffen waren sehr berührend und schön“, erzählt sie. „Man hat gemerkt, wie gut es ihm tut, einen Ort zu haben, wo er im Mittelpunkt steht – und wo er sieht, dass neue Erlebnisse freudvoll sein können. Benni tat sich anfangs in neuen Situationen oft schwer.“

Ein Schuljahr lang begleitete sie den Buben über rund zwanzig Treffen. Auf diese Zeit ist das Projekt begrenzt, dann besteht die Möglichkeit, die Begleitung zu beenden. Das Projekt kann aber auch verlängert werden, und das Abenteuer somit weitergehen. Lara Schneider und Benni bleiben weiterhin in Kontakt: „Wenn man so eine Vertrauensbasis zu einem Kind aufbaut, will man es auch nicht einfach so verlassen.“ Die Freiwilligen tauschen sich regelmäßig unter Anleitung einer Sozialarbeiter*in aus, und werden dadurch ebenfalls professionell begleitet.
Lara freut  sich, dass sie den Mut hatte, mit dem freiwilligen Engagement auch selbst aus ihrer eigenen Komfortzone auszubrechen. „Ich kann wirklich empfehlen, sich auf solche Projekte einzulassen“, betont sie. „Man tut damit nicht nur der Familie etwas Gutes, die sehnsüchtig auf so eine Unterstützung wartet. Sondern auch selbst wächst man über sich hinaus und wird reich beschenkt. Die Wertschätzung und Dankbarkeit der Familie ist unheimlich groß.“

*Name geändert.